Mannheim
Compact Memory

Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur · 1890-01-01 · X. (1890) · p. Seite 71

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
Volume
X. (1890)
Date
1890-01-01
Page
Seite 71 (sequence 77)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2418846-2418861--1787-2420682
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

71 Schüler, seinen heiligen Wandel mit dem Zauber des Wunderbaren zu umspinnen nicht müde wird, verherrlicht auch seinen Tod und übertrug ihm die Fürsten würde, die zu all dem Glanz allein zu fehlen schien.*) Nach Sonderung der auf diese *) Die in Frage stehenden talmud. Berichte finden sich an folgenden Hauptstellen: Genesis rabba Kap. 33 c, jer. Kilaim 9, 4 S. 32 a, Moed Katan 25b, Kohelet r. 78b, Kap. 107 d Ketubot Jer. 35 a. In der erstgenannten Stelle, die fast unverändert jer. Kilaim 9, 4 wiederkehrt, wird zur Illustrierung der ausserordentlichen Bescheidenheit und Demut Rabbi’s seine Erklärung gegeben, dass er, wenn der an erlauchter Abkunft ihm überlegene R. Huna v. Babel nach Palästina käme, kein Bedenken tragen werde, ihm hier neidlos den Vorrang einzuräumen. Um die Aufrichtigkeit dieser Aeusserung auf die Probe zu stellen, habe nun R Chija, sein bekannter Freund, ihm die Ankunft der Leiche des Exilsfürsten mit den Worten gemeldet: ״Huna ist da.“ Erst nachdem er die Genugthuung gehabt, eine plötzliche Blässe im Gesicht Rabbi’s zu bemerken, fügte er hinzu: ״Nur sein Sarg ist angekommen,“ musste aber diesen Scherz mit dem kleinen Bann, der נזיפה (Beschämung) büssen. Geht dieser einfache und in seinem Kern gewiss histor. Bericht unzweifelhaft auf einen vor ״Rabbi“ und R. Chija gestorbenen Exilarchen Huna, so bezieht sich der von Moed Katan 25 a f. ebenso sicher auf den bekannten Gesetzeslehrer dieses Namens und giebt eine ebenso genaue selbst in ihren Details korrekte Darstellung eines historischen Faktums (vergl, weiter s. auch Crochmal ״Schol“ S. 47 cf. Grätz IV, 362). Unbedingt falsch ist die Ansicht Kirchheim’s, es liege beiden Erzählungen nur eine Begebenheit und zwar der Tod und die Beerdigung des zur Zeit RabbPs!ebenden Huna, also des Reschglutha zu Grunde, der nicht, wie aus Gen. rabba 1. c., jer. Kilaim 1. c. zu folgern wäre, vor R. Chija, sondern nach demselben gestorben sei und in seinem Grabe beigesetzt worden wäre nach Moed Katan 25 a f. Vielmehr gehört das hier erzählte, wie alle Vorkommenden Personen (R. Assi u. R. Ami, die Nachfolger des 297 f R. Jochanan Grätz IV, 347 f., die weniger bekannten Ilai und Chanina II. Grätz IV Note 46 R. Chaggai das cf. IV, 378) in die Zeit Iluna’s des suran. Rektors, c. 100 Jahre nach R. Chija, (R. Huna’s Tod fand 297 n. statt. Scher, in Juch. S. 87 a). An dem historischen Charakter beider Berichte ist um so weniger zu zweifeln, als dieselben durch Scherira bestätigt sind; aus demselben Grunde ist es auch nicht möglich, wie Kirchheim (Biogr. d. R. Chija in ״Orient 1848 S. 614 cf. Anm. 8 u. 646; will, den ersteren als einen blosen Scherz R. Chija’s aufzufassen, sodass R Huna’s wirklich erfolgter Tod uns in dem zweiten berichtet werde, abgesehen von der ungeheuerlichen Annahme, dass der 297 f Huna schon zur Zeit Rabbi’s, also um 200 geblüht habe. Dass die eigentümliche Ankündigung der Nachricht vom Eintreffender Leiche des ersten Huna sich in Moed Katan 25 b wiederholt (zuerst

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.