Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- X. (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 66 (sequence 72)
- Language
- German
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66 gegeben. Nechunjan (Achia oder Nachum) ist der erste, wenn auch nur in schwachen Umrissen in der Geschichte zu fixierende Exilarch. Seine Regierungszeit bestimmt sich durch Chananja’s nicht lange nach dem Barkochbakrieg fallenden Secession« ־ versuch (um 150) auf c. 140 bis c. 170. Chanina stand ihm persönlich nahe als sein Hoftheologe 1). Von seinen übrigen 3 חכמים, die das kleine Chronikon kennt, R. Huna2) R. Mattana und R. Chinena 3) ist keiner im Talmud mit Sicherheit wiederzufinden. Näheres über Nachum, seinen persönlichen Charakter, seine Beziehungen zum Volke und zu seinem Lehnsherrn, dem Partherkönig, (Vologeses III 148—190 Spiegel III, 180 f.) hat uns die Geschichte nicht aufbewahrt. Der Talmud bewahrt über ihn dasselbe ominöse Schweigen, wie über das jüdische Fürstengeschlecht im allgemeinen; selbst sein Principat ergiebt sich aus demselben nicht unzweideutig (oben S. 64 f.). Seine Teilnahme an der Chanina sehen Be־ wegung, die er vielleicht veranlasst hat4), ohne dass seine hohe, unabhängige Stellung in den judäischen Behörden den Gedanken aufkommen Jiess, ihn dafür, wie Chanina, zur Rechenschaft zu ziehen4), lässt sich aus den Quellen mehr vermuten als belegen. Den despotischen Charakter 5) seiner Regierung stellt eine ף Seder Olam sutta A. 1717 S. 21 a unten S. 86 Anm. 4. 2) Unter dem Meila 9 a mit dem Vater Samuels (letzterer f 257) diskutierenden E. Huna ist vielleicht mit Herzfeld III, 261 f. der vermutliche Nachf. Nachums, Huna I, zu verst. Cf. S. 69 ff. 3) So nach der wahrsch. Lesart des Ms. Oxford für ״Chananel“ zu lesen. (Oben S. 22 A. 2). 4) Oben S. 64 f.. 6) Gittin 14 a. b. R. Achi b. rabbi Joschia wollte durch R. Jose b. Cephar u. R. Dostai b. rabbi Jannai (vergl. über dies. Juch. ed. Fil. S. 61 u. 62, unten S. 149, A. 3 aus Nehardea ein ihm dort verbliebenes silbernes Gefäss abholen lassen. Die Ortsbehörde (nach dem Zusammenhang Beamte des Reschglutha) aber verlangte, dass sie zunächst durch die Vollziehung des Uebergabeaktes (קבלת קרין) das Risiko beim Transport übernehmen oder das Gefäss dalassen sollten. Als R. Jose darauf nicht einging, schlugen sie ihn jämmerlich. Bei ihrer (wohl erfolglosen) Rückkehr entschuldigte sich Dostai vor R. Achai damit, dass er eine drastische Schilderung jener Beamten gab, die ״Leute von ungeheurer Länge seien, mit ellenhohem Turban