Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- X. (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 57 (sequence 63)
- Language
- German
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57 inneren Wahrscheinlichkeit auch desshalb anzunehmen sein, weil er bereits Lukas (Ev. Luk. 3, 23—31) bei seiner Genealogie Jesu zum Teil vorlag.1) Wir haben es also sicherlich als historische Thatsache zu betrachten, dass weder Serubabel noch Meschullam und Chananja2), noch überhaupt das serubabeTscke Geschlecht bis zu den Makkabäerzeiten (um 150) im Besitz des babylon. Principats gewesen sind. Damit ist nun aber noch nicht die Nichtexistenz einer von anderen1 Davididen dort begründeten Dynastie bewiesen. Wie weit dies Geschlecht verzweigt war, ersehen wir unter anderm daraus, dass dem Chronisten fünf ihm angehörige Familien aus der nächsten Zeit nach Serubabel3) bekannt waren, und dass einige vor Esra u. nach Serubabel sich in Babylonien befanden, ist oben gezeigt worden.4) Diese mögen ebensowenig alle an dem Zug des Esra (um 458) teilgenommen haben, wie zuvor an dem des Serubabel. Behauptete man doch später in Babylonien, nur die Hefe des Volkes sei diesen gefolgt, der ganze Adel dagegen geblieben.4) Noch um 50 nach Chr. finden wir in dem Stammvater der palästinensischen Patriarchen, Hillell, einen babylon. Davididen, der Sage nach abstammend von Schefatja, dem Sohn der Abital, der Chron. I, 3, 3 genannten Frau Davids5) ף Das scheint mir durch die schlagenden von Herzfeld Bd. I im achten Excurs S. 382 f. angeführten Gründe, vergl. bes. den dritten derselben, ausser Zweifel gestellt zu sein. Bei dem kompilatorischen Charakter des breviarium ist es vorsichtig zu benutzen, aber dass es eine alte hebräische Quelle benutzt hat, ist nach Herzfeld's Untersuchungen zweifellos. Schürer freilich bezeichnet es ohne irgendwelche Begründung als eine Fälschung (Gesch. d. j. V. II, 866). 2) Der Verfasser hat den letzteren für einen Sohn Meschullam’s gehalten. Cf. oben S. 19 Anm. 6. Herzfeld I, 382 ff., cf. 379, ebenso Lukas. 3) S. oben S. 56 Anm. 1. 4) Oben S. 56. Es lag in der Natur der Sache, dass die begüterten vornehmen Juden, denen Babel zur neuen Heimat geworden war, sich schwer zu dem gefahrvollen Rückzug in ihr verödetes Land entschlossen. Vergl. Ketubot 71a. ״Alle Länder sind Teig (unedler, vermischter Abstammung) im Vergleich zum Lande Israel, aber das Land Israel ist Teig im Vergleich zu Babel“, s. bes. auch B. B. 15a, Kidd. 69b. 5) Ketubot 72b, Jos. ant. 7, 1, 4. Der Stammbaum Davids b. Hodaja (cf. S. 189 u. 190) leitet Hillel (Nr. 22) in der That von diesem ab. (Nr. 2). Die Historicität der david. Abstammung Hillel’s sucht Goitein in Berliners Magazin XI S. 5 ff. zu erweisen.