Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- X. (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 36 (sequence 42)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2418846-2418861--1752-2420647- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
36 ben Bethyra sogar der Sitz eines Reschglutha gewesen.1) Rätselbaft scheint eine weitere Notiz unserer Chronik, die uns aber richtig verstanden Aufschluss über eine streitige Frage der pers. Chronologie gibt. Sie lautet: ליבשנח חי״ו לחרבן הבית קם 4‘1מ1מ •ערמא בלא מיבא Jahre 416 nach der Tempelzerstörung trat eine köaigslose Zeit ein.“ In unseren verdorbenen Texten, die diese Angabe vom J. 484 v. Chr. n. unmittelbar auf die vom J. 363 (die Eroberung von Nisibis durch Schäpurll) folgen lassen, ohne alle Beziehung, aus der etwas zu schliessen wäre, zeigt sie sich zunächst unfraglich nicht, wie Jost glaubte, derrörn., noch weniger nach der Ansicht Grätz’s der jüdischen Gesch.entnommen, sondern der persischen, auf die sich alle Berichte aus der Allgemeingeschichte beziehen. Um die angegebene Zeit aber fällt die furchtbare Niederlage des Philipp II unter den Sassaniden, des ״eifrigen Mazday<jna“ 2) Peroses durch die Hephtaliten, in der er seinen Tod fand, eine Katastrophe, die das Reich für die nächsten Jahre so erschütterte, dass der als Reichsverweser zurückgebliebene Balash, der sich zu einer Tributzahlung an die siegreich vordringenden Feinde verstehen musste,3) es nicht vermochte, zur Anerkennung als Nachfolger seines Vaters3) oder Bruders3) zu gelangen.3) Genau dasselbe geht aus dem kl. Ohronikon hervor ״Im Jahre 484 verlor das Reich den König.“ Ueber das Todesjahr selbst herrscht, wie so häufig bei den eran. Königen, grosse Meinungsverschiedenheit bei Chronisten und modernen Chronologen. Man schwankt innerhalb der Grenzen 482 (Clinton) und 486 (Patkanian). Dem Bericht des S. 0• s. am nächsten kommen die Resultate von Mordtmanns und Muralts Untersuchungen, nach denen das Todesjahr 483 war. Nur Flathe (bei ״Ersch u. Gruber“ Art. Pers. Gesch. 1. c. (und in neuester Zeit Nöldeke ״Gesch. der Sassaniden“ S. 108, den ich erst nachträglich einsehen konnte, und der schon auf das *) S. Abschnitt IY. 2) Vergl. Spiegel III S. 379 f. S. unten. 3) Das. S. 383 Procop ״de b. Pers.“ I, 4 am Ende kennt ihn weder als König noch als Stellvertreter 4dess. Cf. auch Nöldeke ״Aufs, zur pers. Gesch,“ 108. ״Die Sieger überschwemmten das Land. Eine Zeit lang gab es keinen König“ ders. ״Tabari“ S. 119 Anm. 1.