Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- X. (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 32 (sequence 38)
- Language
- German
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82 werden konnten, aus, wie weiter im einzelnen gezeigt werden wird. Nun ist es doch wohl unwahrscheinlich, dass ein Palästinenser, als welcher unser Autor sich erwiesen hat1) sowohl solch״ genaue Kunde von der pers. Geschichte erhalten, als besonders Interesse daran finden konnte, gerade diese und nicht vielmehr die der Römer, die doch für Palästina unendlieh wichtiger war, hier zu geben. Schon diese Ueberlegung muss auf die Vermutung führen, dass die betr. Notizen nicht von dem Verfasser selbst einer externen Quelle entnommen sind, sondern dass sie als annalistische Additamente sich in dem ihm vorliegenden Stammbaum2) der babyl. Davididen schon vorfanden. Die Quelle desselben für diesen Teil der Fürstengeschichte war also ein Stammbaum der Fürstenfamilie (ל(בי נשיאח der vermutlich durch Mar Sutra III nach Palästina hinübergebracht und dem die Archipherekitenliste bis auf Abdime (die beiden folgenden Geschlechter sind ein späterer Nachtrag) beigefügt worden war, dessen Rand aber dazu benutzt worden war, um interessante Zeitereugnisse aufzunotiren, vielleicht häufig gleichzeitig mit denselben. Wir hätten also im kl. Chronikon eine Art Analogon zu der Mutter mittelalterlicher Geschichtsschreibung, den Ostertafeln, und den röm. Geschlechtschroniken,3) welche letztere ebenfalls sich aus den einzelnen Namen des Stammbaums beigefügten Angaben entwickelt haben, auf bewahrt gefunden. Aus solchen als Notizkalender benutzten Genealogien, in deren Besitz die ף V. S. 26. 2) Ueber solche genealog. Aufzeichnungen beiden Juden v. Jos. c. Ap.I,7. Namentlich jeder Priester musste seinen Stammbaum genau nachweisen können, um der priesterlichen Ehrenstellung teilhaftig zu werden (Kidd. 76. u. s.). Von Herodes nach einer Nachricht (Euseb. hist. eccl. I, 7 cf. Pesachim 62 b. Sachs, Beitr. II, 157) aus den öffentlichen Urkunden ausgeshieden u. vernichtet, wurden sie künstlich wieder hergestellt. Stammbäume von Davididen s. Math. I, 1—16, Lnk. III, 23—38, Brev. Philonis (bei Herzfeld I, 257). Er. wähnungen von solchen bei Schriftstellern aus späterer Zeit finden sich bei Benj. v. Tudela (ed. Asher S. 54), Ibn Esra zu Zacharia 12, 7, Petachia ״Itiner.“ Altona 1595 S. 3a ״ •לכ1לס יש ספר הייחוסAlle (Rosche Gola) haben eine Stammtafel.“ 3) Vergl. Bernhardy ״Grundr. d. r. L. 4te Aufl. 194, Mommsen I, 466.