Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- X. (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 30 (sequence 36)
- Language
- German
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— 30 — völlig ebenbürtig seien.1) Diesen Zweck scheint es, wie sich aus einigen Anzeichen schliessen lässt, in der That erreicht zu haben.2) Dass das Buch eine bestimmte Tendenz hat, steht nach all’ diesen Erörterungen wohl fest. Es ist nun zu untersuchen, inwieweit diese etwa dazu beigetragon hat, seine Berichte zu entstellen und zu trüben. Wie das ganze Buch in Vorgeschichte, Königs- und Fürstengeschichte geteilt werden ף Nach Zlidz (Gottesdienstl. Vorträge 135), Steinschneider (Ersch. u. Gruber ״Art. Jüd. Litt.“ 391) soll die Tendenz der Schrift ״Dokumentierung der Patriarchenfamilie v. Babylon als rechtmässiger Nachkommen des david. Hauses“ sein Nicht so völlig falsch, aber ebenfalls unrichtig ist die umgekehrte Ansicht Grätz’s (V, 422) und Brülls II, 103). Das Seder Olam sutta erklärt die babyl. Exilarchen so wenig für ״Usurpatoren“, dass es sie vielmehr ausdrücklich als rechtmässige Besitzer dieser Würde anerkennt, wenn es ihr bekanntes Wappen (oben S. 28 A. 3, s. unten) auf Mar Sutra’s Gegner Mar ״Pachda“ (״Fliege“ s. unten) zurückführt (Vergl. das משום הכי ציירין רבית רוד דודבא על חותמיהו• 2) In einem aus einer Oxforder Hdschr. bei Neubauer ״Anecd. Oxon.“ S. 97 zuerst abgedruckten Exerpt mit dem Titel ״Seder Olam sutta und Seder Tannaim u. Amoraim“ findet sich die merkwürdige Notiz (vollst. angef. unten), im Jahre 522 (statt 520 das.) sei ein gewisser M. Sutra im heil. Land ״Rosch Jeschiba geworden רהוא בנו של בוסתנאי״ “ Mag dieser sonderbare Irrtum nun dem Excerpenten oder seiner Vorlage zur Last fallen, sicher ist wohl, dass er durch die schon charakterisirteDarstellung der Mar Sutrasage im kl. Chron. hervorgerufen ward. Dafür, dass ein Prätendent von des Verfassers Partei wirklich kurz nach dem Erscheinen von dessen Schrift, deren Zweck man hiernach geradezu als den der Wahlagitation bezeichnen würde, für einige Zeit zum Principat gelangte (s. auch 29 Anm. 2), liesse sich ein allerdings zum teil ungenauer Bericht anführen (Assemani bibl. or. p. Ides II. Teils, S. 346), nach welchem bei dem Successionsstreit zwischen David b, Jehuda und Daniel ״Tiberiadenses Davidem—sibi präfecerunt, Babylonii vero Danielem“ (wo Grätz V, 469 Tiberiadenses als ״Unsinn“ in Anbarenser-Pumbaditaner emendirt טברייא *n אנבריא)• Nun befand sich aber die Akademie der Archipherekiten eben in Tiberias, wie ich daraus schliesse, dass der wohl zu ihnen gehörende Verf. d. S. 0. s. von dem eine Stunde v. Tiberias entfernten Arbeel (Kiepert b. Herzfeld II, 346) einmal in s. Werk eine gründliche Ortskenntnis zeigt (oben 20, 26 Anm. 2). Mit ihnen sind die “ללרישי כהנה דיהודיא דטבריוס (Ass. bibl. or• I, 379, Grätz V, 432 ff. Brüll V, 95) also sicherlich identisch. Indessen weder David noch Daniel findet sich in der Archipherekitenliste des S. 0. s. (auch im Anhang nicht s. Tabelle.)