Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- X. (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 29 (sequence 35)
- Language
- German
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29 in denselben Kreisen entstanden/) wie um 805 das kleine Chroniken; aus ihnen ist ihr das benutzte historische Material zugekommen. Eine allerdings nur schwach zu begründende Vermutung wäre, dass sie um das Jahr 770 zur Unterstützung der Candidatur eines Archipherekiten im Rahmen einer grosseren Schrift abgefasst wäre.* 2) Wenn das kleine Chron. diese Tendenzdichtung in sich aufgenommen hat, so ist auch seine Absicht damit klar. Es will zeigen, dass die babylonischen Exilarchen seiner Zeit nicht sowohl von Bostenai, als von Mar Sutra II abstammen, dem Stammvater der nach Palästina ausgewanderten Archipherekitenfamilie, dass also die palästinensischen Davididen von gleich erlauchter Abkunft und ihnen *) Man hat bisher allgemein angenommen, dass dieser Tendenzroman von dem Verfasser des kleinen Chronikon herrühre. Aber schon der blühende aramäische Erzählungsstil, der in denkbar schroffster Weise absticht gegen die trockene, magere, fast rein hebräisch gehaltene Ausdrucksweise des Buches selbst, zeugt entschieden dafür, dass dieser Teil seines Werkes von dem Verfasser einer unbekannten Quelle entnommen ist. Von einer Verarbeitung desselben kann (mit Ausnahme eines Hauptgedankens desselben, des Untergangs des ganzen davidischen Hauses ausser M. Sutra, der in zwei schon oben (S. 23 Anm. 4) erwähnten Stellen der früheren Er- Zahlung vorbereitet und gestützt zu werden scheint), so wenig die Rede sein, dass er sich mit Leichtigkeit loslösen lässt. Er wird eingeleitet mit den Worten (s. oben S. 23 f.) ״und da war der Untergang des Hauses Davids uud so geschah es44 und schliesst “דעיילזהו בליש פרקיה" «nd sie erhoben ihn (M. Sutra) zum Archipherekiten, was der Verfasser dann in seiner Sprache wiederholt “״״והיה ראש סנהדרין 2) Um 770 fand ein längerer heftiger Streit um die Nachfolge, wie kurz zuvor (s. oben S. 27 Anm. 3) zwischen Anan u, Chananja, zwischen Sakkai b. Achunai u. Natronai b. Chabibai statt. (Ueber dens. unten Anhang III.) Nach einer unten (S. 49) erörterten Vermutung wäre letzterer identisch mit dem in der Reschgluthareihe im Bibelms. v. Damaskus (oben S. 7, unten S. 46) auf Sakkai folgenden Mosche (über Doppelnamen unten), der also nicht Sakkai’s Nachfolger, sondern Gegenexilarch gewesen wäre. Einen Mosche gibt aber auch das kl. Chronikon (oben S. 26 Anm. 1) in der griechischen Form למיסא der ungefähr in dieselbe Zeit zu setzen ist, und den man mit jenem Mosche identificieren dürfte, auch wenn in der Liste der R.-reihe keine Gegenexilarchen anzunehmen sein sollten. Gegen diese letztere Annähme könnte man nämlich einwenden, dass nicht sowohl Anan (dessen Exilarchat ist fraglich) als Daniel (Grätz V, 468, oben S. 27 Anm. 3 unten S. 30 Anm. 2) fehlt.