Mannheim
Compact Memory

Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur · 1890-01-01 · X. (1890) · p. Seite 27

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
Volume
X. (1890)
Date
1890-01-01
Page
Seite 27 (sequence 33)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2418846-2418861--1743-2420638
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

27 Gründen, zu denen später noch andere treten werden, für so ziemlich festgestellt ansehen, wo und wann der Verfasser des kl. Chronikons schrieb, so ist es nicht minder sicher, dass er zu der palästinischen Archipherekitenfamilie seiner Zeit in engen Beziehungen gestanden haben muss. Was mochte ihn nun bestimmen, in sein Buch eine Sage zu verarbeiten1), die die charakteristischen Züge aus Bostenafs Leben, wie es die Bostenaisage geschildert hatte, in das Mar Sutra’s verwebte und dieses mit jenen ausschmückte? Nur aus den Zeitverhältnissen heraus ist eine Erklärung möglich. Offenbar rühmten sich die Nachkommen des M. Sutra III, des Sohnes des gefallenen babyl. Fürsten dieses Namens, ihrer davidischen Abkunft und speciell ihres Ahnen Mar Sutra II. Aber das dunkle histor. Bewusstsein des Volkes mochte mit dieser vielleicht nicht jene zugestehen, (das glorreiche Resehgolat Mar Sutra’s mochte in jenen litterarisch so ganz unthätigen Zeiten bald dem Gedachtniss entschwunden sein), schwerlich jedenfalls, wenn es auch ihre david. Abkunft anerkannte, daraus für sie irgend eine Berechtigung herleiten, den Fürstenstab über Israel, als dessen einzige rechtmässige Erben man Bostenai und sein Geschlecht2 3) betrachtete, denen das Khalifat denselben neu verliehen hatte, gleichfalls zu schwingen. Wollten die paläsinensischen Archipherekiten aber solche Ansprüche erheben, so konnte es dazu keine geeignetere Zeit geben als die des Verfassers. Während uns aus dem vorhergehenden ersten Jahrhundert des islamisehen Reschgolats von Successionsstreitigkeiten nichts gemeldet wird, war das halbe Jahrhundert von 760—c. 820 von unaufhörlichen Kämpfen um den מ Fürsten thron“ erfüllt.s) Vielleicht ') Yergl. oben S. 27 Anm. 2 und weiter S. 39 Anm. I. 2) Yergl. S. 3 die nachbostanaischen Exilarchen heissen בני בסתבאי (Scherira ed. Goldberg S. 37) Yergl. Grätz V, 458, 462, Brüll II, 52 Anm. unten Anhang III s. v. Ueber die Diadocheder Bostenaiden v. meine Liste im Anhang III, ihren Stammbaum, soweit er sich sicher ermitteln lässt, daselbst, vergl. auch über die Quellen zu beiden daselbst. 3) Prätendenten um 760 Anan u. Chananja, um 770 Sakkai b Achunai und Natronai b. Chabibai, um c. 820 David b. Jehuda u. Daniel. Cf. unten Anhang III. Grätz V, 464 f

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.