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Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur · 1890-01-01 · X. (1890) · p. Seite 25

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Journal
Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
Volume
X. (1890)
Date
1890-01-01
Page
Seite 25 (sequence 31)
Language
German
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25 während der Name Mar Sutra bei den Juden Babyloniens längst zu einheimisch geworden war, als dass er noch hätte Stoff zur Sagenbildung abgeben können.1) Wenn wir nun fragen, was dazu führen konnte, den Bostenai’schen Sagenkreis mit dem Mar Sutra'schen zu konfundieren, so werden wir die Erklärung schwerlich in der ״Unkenntniss“ des Verfassers, der ״alles, was ihm an Geschichte und Sage über die nachamoräischen Exilarchen bekannt war, über einen Haufen geworfen hätte1*, finden dürfen. Warum sollte er in seiner so gut unterrichteten Quelle nicht ebenso genaue Nachrichten über Mar Sutra II gefunden haben, wie über dessen Vorgänger? Dass dies der Fall war, zeigen sogar die genauen Zahlenangaben, die wir in der Geschichte Mar Sutra I. aus der umhüllenden Sage herauszuschälen versuchen müssen, und die ganz den Eindruck des historischen machen. Die Uebertragung von Zügen aus der Bosteuai’schen Sage in die Mar Sutra’sche ist vielmehr eine völlig absichtliche, deren sich der Verfasser der Sage2) klar bewusst ist. Um die derselben, wie dem S. O. s. überhaupt, zu Grunde liegende Tendenz zu verstehen, ist das Vaterland des Verf. und die Zeit, in der er schrieb, vorher festzustellen. Die letztere bestimmt sich nach der Anzahl der nach dem (520)3) nach Palästina ausgewanderten Mar Sutra III folgenden Geschlechter (deren der Zakuto’sche Text drei mehr aufzäblt), auf die letzte Hälfte des achten oder den Beginn des neunten Jahrhunderts, welche Zeit sich indess noch genauer begrenzen lässt. Sie hat nämlich wahrscheinlich für zusammenfallend zu gelten mit der Abfassungszeit einer ursprünglich wohl im ג) Die nähere Beweisführung vergl. in der trefflichen Abhandlung Brülls ״Jahrbücher“ II, 101. Die ausführlichere Darstellung der Sage siehe bei Jost ״Geschichte der Israeliten V, 227 f. 351, der sich für das höhere Alter der Mar Sutrasage entscheidet, Grätz ״Gesch. d. Juden V 13 f* 137, Note 1, siehe unten. 2J Derselbe ist wahrscheinlich nicht identisch mit dem des S. 0. s. Siehe darüber S. 29 Anm. 1. 3) Anderweitige Zeugnisse für dieses Faktum mit geringer Variirung der Zahl, siehe S. 30 Anm. 2 u. unten z. St

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