Mannheim
Compact Memory

Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur · 1890-01-01 · X. (1890) · p. Seite 23

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
Volume
X. (1890)
Date
1890-01-01
Page
Seite 23 (sequence 29)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2418846-2418861--1739-2420634
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

23 führte Jochanan (und Sehafat) zur ersten Klasse gehörte, so müsste er durch ein Absehreiberversehen in die zweite gerathen sein, eine Vermutung, die weder durch die Autorität eines Textes noch durch eine diesbezügliche Relation gestützt wird.1) Es wird sich also nicht mit Sicherheit die Grenze fixieren lassen, bis zu der die Benutzung der Chronik reicht, und jenseits welcher die einer andern Quelle beginnt. Ueber diese, die uns leider verloren ist, ein richtiges Urteil zu gewinnen, ist für die Würdigung des Quellenwertes des S. O. s. von höchster Bedeutung. Ist derselbe oft ganz geleugnet, nie ganz gewürdigt worden, so waren es verschiedene Umstände, die dazu beitrugen, das Urteil zu trüben und das wahre Sachverhältniss zu verdunkeln. Schon die oben charakterisierte Abhängigkeit von der Chronik liess den Verfasser manchen als Fälscher der historischen Wahrheit erscheinen.2) Wenn man aber wohl gar so weit ging, sein ganzes Werk einfach in die Reihe der Schriften völlig erdichteten Inhalts zu setzen, so war dabei ausschlaggebend der in die Augen springende tendenziöse Charakter desselben. Man erinnere sich, dass der dort gegebene Stammbaum des davidischen Hauses herabreicht bis auf den 520 n. Chr. nach Palästina geflüchteten und dort Stammvater einer Archipherekitenfamilie3) gewordenen Mar Sutra III,3) den letzten Nachkommen des alten Königshauses. Zum Beweis dieser für ihn offenbar wichtigen Thatsache erzählt der anonyme Autor gegen Ende der Chronik (als Pendant zu der zweimaligen Ausrottung des davidischen Hauses bis auf einen einzigen Spross in früheren Zeiten4) in sagen- *) Wie es bei Chiskija der Fall ist, vergl oben S. 21, sogar eine Andeutung im Text scheint dafür, dass die Notiz verschoben ist, vorhanden zu sein. Für die Historicität Jochanan’s liesse sich sogar ein positives Zeugniss beibringen, wenn man den ״Mar Jochanan“ eines Scherira’sehen Responsum (bei Aruch v. אביי? vollst. in Juchasin ed. Filipowski S. 84. ״Mar Ukba, M. Jochanan, M. Sutra“) auf ihn bezöge S. unten. 2) Zunz G. V. 139, Grätz IV, 559 f. V, 422. s) Vergl. oben S. IG u. unten. 4) Unter Athalja (und es erlosch das Haus Davids und es blieb von ihnen nur Joas, ein kleines Kind s. u.) und nach d. ersten Tempelzer- Störung (und es blieb vom Hause Davids nur Jeehonja allein. S. O: s. 21a.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.