Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- X. (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 20 (sequence 26)
- Language
- German
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20 dass diese Veränderungen nicht etwa von dem Verfasser des S. O. s. vorgenommen sind, um ein litterar. Plagiat zu verdecken, sondern weil er sich durch den Vorgang anderer Quellen, die ihm Vorlagen, dazu berechtigt hielt. Wenn er z. Bsp. statt Nearja’s (Chron. das.) Chiskija, dessen Sohn, zum Sohn des Sehechanja und Enkel des Schemaja (in Chron. ist umgekehrt Sehechanja der Vater des Schemaja vgl. Tabelle) macht, so könnte ihm auch für die vortalmud.1) ״Fürsten“ (vor c. 140 n. Chr.) eine nur äusserst dürftige und lüeken־ hafte Quelle Vorgelegen haben, in welcher ein Chiskija als babyl. Davidide genannt war, und zu deren Ergänzung ihm die Chronik diente. Eine andere Bemerkung könnte ebenfalls als Stützpunkt dafür dienen, dass ihm auch für die Zeit vor c. 140 n. Chr. bessere Quellen sich darboten. Eine auch in arab. Chroniken2) sich findende Eigentümlichkeit seiner Schrift ist die regelmässige Gegenüberstellung der Fürsten und ihrer gelehrten Zeitgenossen2), eine chronolog. Bestimmung, mit der wir uns häufig anstatt genauerer Nachrichten begnügen müssen.2) Das aus der Chronik herstammende charakterisiert sich nun schon durch das Fehlen dieser Hoftheologen, von denen ja die Chronik ebensowenig etwas weiss. Nur von drei dieser Personen berichtet der Verfasser genaueres, von Chiskija (Nr. 12), dass er sich, wie fromme Juden pflegten,3) im heil. Land habe beisetzen lassen (und zwar auf dem ״Hügel Arbel,“ dem Besitztum des Josua b. Sorow,4) im Osten der Stadt), von Jochanan (Nr. 15) und Schafat (Nr. 16), dass ihr חכס R. Chananel gewesen sei.5) Ob diese Notizen aber dem von dem Verfasser für die hist. Zeit des Keschgolats seiner Arbeit zu Grunde gelegten Stammbaum, einer, wie weiter gezeigt werden נ) C. 140 11. lebte der erste im Talmud erw. Exilarch Naehum. S. unten. 2) Vergl. oben S. 10 f. und 17 f. 3) Ketubot 111a “יכל הקבור בא״י קבור תחת המזבח) Hamburger Encykl. I 475. 4) So Ms. Paris u. Amst. 1817, statt des unsinn. durch Dittographie entstaDdenen נשרף• 5) S. S. 22 f. Statt des in der talm. Zeit ungewöhnlichen Namens wohl ח3נא zu lesen.