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Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur · 1890-01-01 · X. (1890) · p. Seite 18

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Journal
Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
Volume
X. (1890)
Date
1890-01-01
Page
Seite 18 (sequence 24)
Language
German
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18 Kaiser. Bei ihnen war die Folge ein von Hass und religiösem Fanatismus entstelltes Bild ihres Lebens und Wirkens, während der sehriftstellernde Gaon, die Talmudlehrer und andere von diesen mehr oder weniger abhängige Chronisten den orientalisehen Despotismus und die der ״jüdischen Kirche“ gegenüber Verhältnissmässig freie Stellung dieser Fürsten mit der schlimm־ sten Strafe belegten, die eine bedeutende Erscheinuug nur treffen kann, mit Nichtbeachtung. So kommt es, dass wir über keine eigentümliche Seite des jüdischen Lebens jener Tage so schlecht unterrichtet sind, wie über das jüdische Fürstengeschlecht, Um so höher steigt die einzige ausschliesslich diesem Gegenstand gewidmete Schrift für uns an Wert, um so bedauerlicher muss es uns scheinen, kein richtiges Urteil durch Quellennachweise über sie gewinnen zu können. Oder wäre es doch möglich, wenigstens teilweise die originalen Quellen des S. 0, s. zu eruiren und so die Richtigkeit der Ueberlieferung zu prüfen? Die älteste Geschlechtstafel von Davididen, die uns erhalten ist, findet sich Chronik I Cap. 1—3. Dass das äussere Schema der Einteilung aus dieser in das S. 0. s. übergegangen ist, sahen wir oben.1) Sollte die Verwandtschaft beider sich nicht auf den Inhalt erstrecken? In der That stimmen die ersten 13 Namen sowie 15) u. 16) abgesehen von Reihenfolge und Verwandschaftsverhältniss mit ebenso vielen aus dem reicheren Verzeichniss der Chronik I Kap. 3.2) Dass diese Ueberein- Stimmung nicht mit Herzfeld II, 187 f. geleugnet werden kann, sondern zum mindesten auf eine gemeinsame Quelle zurückgeführt werden müsste, liegt auf der Hand.2) Doch auch diese Annahme ist ganz abzuweisen. Abgesehen davon, dass die Existenz eines vorchronistischen Davididenstammbaums zur Zeit des S. O. s., also c. 800, von vornherein höchst unwahrscheinlich ist, so könnte ein solcher Stammbaum nur entweder palästinische Davididen, entsprechend der Liste von solchen in Chronik I, 3, die ebensowenig wie ״Esra“ und ף Vergl. S. 9. 2) Siehe die Tabelle unten, wo eine Geschlechtstafel der für das S . 0. s. oder eine andere Quellein Betracht kommenden Namen aus Chronik 1,3 gegeben ist.

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