Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- X. (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 17 (sequence 23)
- Language
- German
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17 druck, dessen Sinn für uns dunkel ist.1) Jedem Fürsten zur Seite stehen, wie den Königen die Hohepriester und Propheten, ihre ״Gelehrten.“ Als solche erscheinen zuweilen ganz unbekannte Persönlichkeiten, während hochbedeutende Erscheinungen, wie z. Bsp. Rabbana Aschi, ganz vermisst werden. Es sind also ohne Zweifel dem Fürsten näherstehende, von ihm abhängige und an seinen Hof gezogene Theologen gemeint, gleichsam Hofprediger, von deren Existenz auch im Talmud zuweilen die Kede2) zu sein scheint. Im allgemeinen ist das Buch nur ein seelenloses Namenverzeichnis, ganz wie die Gescblechtsregister in Esra, Nehemia und Chronik. Nur einige der angeführten Personen gewinnen Leben und Interesse durch der Angabe, dass sie die Regierung angetreten (עמד) und aus dem Leben geschieden seien (שכיב) beigefügte kurze, aber wertvolle historische Notizen. Am Schlüsse aber mündet die Fürstentafel in eine ausführliche Darstellung der Geburt, des Lebens und Todes des letzten derselben (nach dem Verfasser wenigstens des letzten), von sagenhaftem Charakter, die noch besprochen werden wird. Daran schliesst sich die Aufzählung seiner Nachkommen wohl bis auf die Zeit des Verfassers. Denselben für diesen Teil seiner Arbeit zu controllieren, bietet uns leider fast keine Quelle die Möglichkeit. Der im Talmud auf die Exilsfürsten sich beziehenden Stellen sind bekanntlich äusserst wenige, und auch die lassen sich für die Biographie des einzelnen nur selten benutzen.3) Ebenso dürftig ist die Ausbeute aus der Universitätschronik von Pumhaditha, doch sind die genauen bes. chronologischen Angaben, die sich in ih|, wie in dem ״Seder Tannaim weamoraim“ und sonst zerstreut finden, sehr dankenswert. Die einseitig religiöse Riehtung, der die jüd. Historiker meist angehörten, hat hier eine fast nöch schlimmere Wirkung geübt, als in den Mönchs- Chroniken des christl. Mittelalters das durch die Kirchlichkeit der Verfasser befangene Urteil ders. über die antipäpstlichen 1) . Bei Schealtiel lautet er ח״ד בבולה״“" Danach möchte man annehmen, dass er auf die Fürstenwahl geht. Vergleiche darüber unten. 2) Schabb. 126b, Beza 23a, Moed Eaton 24b u. s. cf. unten. 3) Siehe oben S. 6. 2