Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- IX. (1889)
- Date
- 1889-01-01
- Page
- – (sequence 159)
- Language
- German
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155 ועדיין בן דוד לא יבא die Parallelst. Echa rabb. 2, 4 hat blos וע' אינו בא) — so können wir die Kenntnis der Vorstellungen, die hierüber vorhanden waren, blos aus jüngeren Quellen schöpfen. Besonders auffällig ist in diesen die Unterscheidung zwischen dem ersten Messias ״dem Sohne Joseph’s“ der im Kampfe erschlagen wird, und dem dann erscheinenden eigentliehen Messias ״dem Sohne David’s“, der, nachdem er stets in Leidenszustand gelebt, nach dem ersteren erscheint. Dass nun Zach. 12 die Annahme einer zweiten mit der in Jes. 53 gezeichneten nicht identischen messianischen Persönlichkeit ergeben musste (s. S. 95) und nach Deut. 33, 17 in dieser ein Abkömmling Joseph’s erkannt wurde, ist unzweifelhaft, dennoch verlangt die dadurch noch nicht hinlänglich begründete Unterscheidung auch ihre historische Erklärung. Man wird hiebei auf ältere Parteirichtungen zurückzugehen haben, die je nach ihrem Standpunkte der Messiaserwartung ihre besondere Färbung verliehen haben. Allgemein war sicherlich die schriftgemässe Anschauung, dass ein Sprössling des Hauses David zum Erlöser bestimmt sei. Daneben mochten wol die Sadducäer, die in den Priesterkönigen der hasmonäischen Dynastie die berufenen Träger der Herrschaft erblickten und das Priestertum mit aller Herrlichkeit zu umkleiden suchten, das Messiasideal auf eine priesterliche Personlichkeit übertragen haben. Den Zeloten galten Heldenmut und kriegerische Tüchtigkeit als Attribute des Messias, daher auch Menachem, der Sohn Juda’s des Gaulaniten und Enkel des aufrührerischen Hiskia in der späteren Messiaslegende seinen Platz findet (s. Geiger, jüd. Zeitschr. 8 S. 35—43). Erhofft wurde auch das Erscheinen des Propheten Elia (Mal. 3, 23, 24), für den besonders in essäischen Kreisen Stimmung vorhanden sein mochte. Diese Anschauungen schlossen einander nicht aus, so dass sie schliesslich zu einer sie alle umfassenden Messiashoffnung zusammenwuchsen. So kam es, dass später unter den ״vier Werkmeistern“ (Zach. 2, 4) vier messianische Persönlichkeiten verstanden wurden, nämlich M. b. David, M. b. Joseph, der gerechte Priester und Elia (Sucea