Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- IX. (1889)
- Date
- 1889-01-01
- Page
- – (sequence 154)
- Language
- German
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150 Dieser letzten wissenschaftlichen Arbeit des frühverblichenen Gelehrten wird es Niemand anmerken, dass sie aus der Hand eines Totkranken hervorgegangen ist. Die liebevolle Hingebung an den Gegenstand, die klare logische Anordnung, die Fülle des Wissens, die Schärfe der Unterscheidung, die Gediegenheit des Urteils, die woldurchdachte Gestaltung des Ausdrucks, die wir in derselben wahrnehmen, stellt uns den auf seinem Arbeitsfelde rüstig schaffenden Gelehrten vor Augen, der sich einer dasselbe vollauf beherrschenden geistigen Energie und Machtfülle erfreut. Das erste Werk des Verfassers, in welchem er aus dem Muhtawi des Karäers Josef Al-Basir das philosophische System der Mutazila nachwies, ist es, auf dessen Gegenstand er auch in seiner letzten Schrift wieder zurückkömmt. Hr. D. Kaufmann ist nämlich in den Besitz des arabischen Originals des Muhtawi gelangt und die Beschaffenheit desselben wie auch sein Verhältnis zu der Uebersetzung Tobias ist es, über welche wir durch F. ausgiebige Belehrung erhalten. Von einiger Wichtigkeit ist der Nachweis (S. 6 ff.), dass auch die letzten Kapitel, die in der hebr. Uebersetzung nicht als Pforten bezeichnet werden — das Original hat durchwegs באב — Albasir angehören. Dass der Uebersetzer Tobia, dem F. mehrere arge Verstösse nachweist, manche häufig vorkommende Wendungen und partikuläre Bestandteile des Originals in den hebräischen Text unübersetzt aufnimmt (S. 13), hat vielleicht seinen Grund darin, dass er Leser voraussetzt, die sich des arabischen Original^ bedienen, aber für das Verständnis desselben die hebräische Uebersetzung zu Hilfe nehmen müssen. Oft vorkommende geläufige Wörter und Redensarten glaubte er daher für solche nicht immer von Neuem hebräisch darstellen zu müssen. 17. Josef Karo und das Maggid Mescharim von Dr. D. Cassel (Beigabe zum sechsten Berichte der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums in Berlin), Berlin 1888, 12 S. Die litterarischen Schöpfungen Josef Karo’s wollen nach ihrem inneren Werte, nicht nach der Bedeutung, die die Nach-