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Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur · 1889-01-01 · IX. (1889) · page 93

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Journal
Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
Volume
IX. (1889)
Date
1889-01-01
Page
– (sequence 93)
Language
German
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IRI
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89 scheni 4, 8 b) vor (S. 57—80). Einer klaren Darlegung und kritischen Besprechung der von verschiedenen Commentatoren gegebenen Erläuterungen (Mose Lipschütz לח1 משנה z. St., wo ebenfalls eine selbständige Interpretation versucht wird, scheint der Verfasser nicht zu kennen), deren Unhaltbarkeit sich im Laufe der Untersuchung zu erkennen gibt, reiht zuletzt seine eigene Erklärung sich an, die auf die von seinen Vorgängern unbeachtet gebliebenen supplementären Halacha’s der Tosefta (Ed. Zuckerm. M. sch. c. 3 Al. 15, 16) sich stützt. Nach dem Resultate seiner Untersuchungen wird in der Mischna Folgendes gelehrt: Wenn ein in Bezug auf die Verzehntung der Früchte nicht als als vertrauenswert Anerkannter einem ״Genossen“ Frucht verkauft und in seiner Gegenwart den von ihr zu entrichtenden zweiten Zehnt durch einen als Aequivalent desselben geltenden Assarius auslöst, so darf der Käufer von dieser Frucht ein Quantum im Werte von eilf Assar und noch den auf die Frucht entfallenden Priesterzehnt, der für jeden Assar 1/100 beträgt, als profan betrachten; nach der Schule Hilleis erhält in diesem Falle nur die einem Werte von 10 Assar entsprechende Fruchtmenge den Profan-Charakter, währenddem die Schule Sehamraais dies nur für Frucht, bei welcher es zweifelhaft erscheinen muss, ob von ihr auch der erste Zehnt ausgesondert wurde, gelten lässt, hingegen für solche, bei der das mit Bestimmtheit vorauszusetzen ist, den Genuss eines eilffachen Assar-Aequivalentes gestattet. Dem Verfasser wird ohne Weiteres darin beizustimmen sein, dass die in der Tosefta mitgeteilte Motivierung den eigentlichen Schlüssel zur Erklärung dieser sehr kurz gefassten Mischna darbietet u. dass, was auch durch die im j. T. erhaltene LA. bestätigt wird, in der Mischna eine Verwechslung der Autoren ב״ש und ב״ה stattgefunden hat. Dieselbe erklärt sich dadurch, dass in der Mischna in ungewöhnlicher Weise die Ansicht der Hilleliten vor der der Schamaiten erwähnt war, wie denn auch in der verwandten Halacha der Tosefta hier die gleiche Ausnahme stattfindet. Man glaubte daher die Mischna in diesem Punkte corrigiren zu müssen. Bedenklich ist jedoch mit dem Verf. anzunehmen, dass der technische Ausdruck ודאי hier eine

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