Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- VIII. (1887)
- Date
- 1887-01-01
- Page
- – (sequence 180)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2418846-2418855--1514-2420407- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
175 mit Grätz nach Italien versetzt, ist es nicht auffallend, wenn derselbe europäische Länder nicht erwähnt, nach seiner Intention sollte ja sein Werk die im Talmud erwähnten gleichnamigen Elia-Baraitas darstellen, weshalb er auch dasselbe aus zwei Theilen bestehen lässt. So viel wusste er nun, dass in der Zeit, in der Elia diese Schriften bekannt gemacht habe, in Europa noch äusserst wenig jüdische Gemeinden bestanden. Dass nun der Verfasser gerade ein Italiener war, ist nicht erwiesen, man könnte ebenso gut annehmen, dass er ein Byzantiner war1). — Ueber Isak b. Malkizedek (S. 65) sind wir, seitdem sein Commentar zur Misehnaordnung Seraim erschienen ist (Wilna 1880 in der letzten Romm’sehen Talmudausgäbe), besser unterrichtet. Wir erkennen aus demselben, dass der Verfasser zumeist die Interpretationen der Tosefta und der p. Gemara zu Hilfe nimmt, sie oft wörtlich anführt und in den kurzen sachlichen Erläuterungen in der Hegel die italienische und zuweilen auch die griechische und arabische Uebersetzung der zu erklärenden Wörter angiebt2). Es scheint, dass er auch R. Salomo, den Ibn Esra ״das Licht des Westens“ nennt, in diesem Werke anführt3). — Die Aeusserung Immanuels (Mak. 1), ״dass er mehr für Oel ausgegeben habe, als für Wein“ berechtigt nicht zu besonderen Folgerungen (S. 114), da der Verfasser sich hier nur eines bekannten Spruches der *) Aus der steile מפני מה חלק הקב״ה אה עולמו לשני מים ולשני 20 •°) ממלכות * •) geht hervor, dass er nur zwei grosse Weltreiche kannte, nämlich das weströmische und das byzantinische. 2) Die Erklärungen der Mischnawörter verdienen eine besondere Untersuchung. Auch die Prüfung der Citate dürfte manche Ausbeute für die talmudische Textkritik ergeben. So wird zu Kil. 2, 5 קנבוס für e*ne Corruptel aus ל קר בס das andere Mischnah texte darbieten (auch Guisius z. St. notirt: ״Ms. habet קרבס“) gehalten und dazu eine Erklärung der p. Gemara angeführt (ל(א' בירושלמי איזה קרבם קרביאן die in den Ausgaben verschwunden ist. 3) Mischna-Comm. zu Pea 5, 8 .ורבעו נתן בעל הערוך ור״ש פירשן > Schebnt 10,5 וראינו ר״ש ז״ל שפירש בגליון משנתינו• Die Verbesserung in ר״מ ist unmöglich, da J. b. M. Maimuni’s Commentar nicht gekannt hat. Die Abbreviatur ך״ען ist wahrscheinlich in ר4 שלמה aufzulösen. Derselbe ist es wohl auch, den Riete 115 b R. Salomo aus Rom nennt.