Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- VIII. (1887)
- Date
- 1887-01-01
- Page
- – (sequence 44)
- Language
- German
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39 tragen lassen, was in zerstreuten Berichten über die Ereignisse des makkabäisehen Krieges sich vorfand, so dass er gleichsam für Israel ein zweiter Nehemia war. Die Einführung des Chanukafestes muss in Alexandrien anfänglich auf nicht geringen Widerspruch gestossen sein. Eine religiöse Feier zu begehen, die in dem biblischen Gesetze nicht vorgeschrieben und auch bisher noch nie gehalten worden war, das war eine Zumutung, die, wenn die Thaten der makkabäischen Priester auch noch so viel Anerkennung verdient und gefunden hatten, doch manche gewichtige Bedenken hervorrief. Die Palästinenser hüten sich daher, die Verdienste derselben um die Befreiung Israels besonders hervorzuheben. Sie berufen sich blos auf göttliche Wunderthaten. Anstatt über die Niederlagen der syrischen Heere wahren Bericht zu erstatten, weisen sie blos im Allgemeinen darauf hin, dass Gott das Gebet der Jerusalemer erhört (1, 8) und für sie gekämpft hat (1, 12), um dann in ausführlicher Weise darzustellen, wie der feindliche Führer Antiochus durch einen wunderbaren Zufall, der mit den Kriegsthaten der Judäer in gar keinem Zusammenhänge stand, sein Leben verloren hat (1, 13—17). Das erste Schreiben (a. 169), das an die Alexandriner in dieser Angelegenheit gerichtet wurde (1, 7), scheint seinen Zweck völlig verfehlt zu haben; wenigstens hat die Feier des Chanukafestes bei den Alexandrinern keinen Anklang gefunden. In den nachfolgenden Jahren kam man wohl wegen der kriegerischen Wirren und der Kämpfe, die zur Behauptung der errungenen Selbständigkeit noch geführt werden mussten, auf diese Angelegenheit nicht mehr zurück. Erst nach dem Tode des Demetrius Nikator (125), des letzten Königs der seleucidischen Dynastie, von welchem die Judäer, wenn er seinen Gegenkönig Alexander Zebina verdrängt hätte, eine Gefährdung ihrer Selbständigkeit zu befürchten hatten, schien der Erfolg der Makkabäerkriege völlig gesichert zu sein. Ein Jahr darauf (124), als inzwischen auch Johann Hyrkan in den Besitz seiner vollen Souveränetät gelangt war, wurde das Sendschreiben an die Alexandriner erlassen, in welchem sie aufgefordert wurden, sich an der Feier des Chanukafestes zu beteiligen. Auch in