Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- VIII. (1887)
- Date
- 1887-01-01
- Page
- – (sequence 39)
- Language
- German
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34 sehr peinlich gewesen, den Auftrag derselben, betreffend die Niederschreibung des Estherbuches zu befolgen, da das mosaische Gesetz keine Neuerungen zulasse, und sie hätten sich daher alle Mühe gegeben, aus der Schrift nachzuweisen, dass die Anordnung dazu schon im Pentateuch gegeben sei, was sich denn schliesslich auch so herausgestellt habe (j. Meg. 1, 4, vgl. b. Meg. 7 a). Als eine soferische Neuerung wurde auch die Pflicht, an jenen Tagen das Estherbuch zu lesen, angesehen (Meg. 19 b), und man musste, um sie zu rechtfertigen, annehmen, dass sie in der mosaischen Gesetzgebung bereits vorgesehen sei. Alles in allem konnte die Anordnung der Purimfeier nur unter dem Gesichtspunkte, dass die Vereitlung der Ratschläge des Agagiten Haman nur als ein wiederholter Sieg über Amalek, dessen Feindschaft gegen Israel nicht vergessen werden sollte, anzusehen sei, den Charakter einer religionsgesetzlich gebotenen Institution erlangen. In gleicher Weise musste nun auch die Einsetzung des Chanukafestes biblisch begründet werden. Welche Stützpunkte dafür aufgesucht wurden, zeigt uns das in Rede stehende Sendschreiben. Es wird in demselben sowohl diese selbst als auch das für die Feier des Festes vorgeschriebene Anzünden von Lichtern auf alte biblische Traditionen zurückgeführt. Die Feier gilt für die Jerusalemer dem Andenken an die ״Reinigung des Heiligtums“ (1, 18; 2, 16), für die Alexandriner jedoch erhält das Fest noch einen anderen Namen: »Tage der Zeltaufrichtung“ (1, 9); ihnen wird bedeutet, dass sie das ״Fest der Zeltaufrichtung und des Feuers“ begehen. Man hat daraufhin, dass das Hüttenfest von den griechisch redenden Juden Gxr\vo- *xriyia genannt wurde, dieses Wort auch hier in diesem Sinne verstanden und an diese Auffassung die verschiedensten Combinationen geknüpft. Geiger (Urschrift S. 227) meint, dass der Uebersetzer das hebräische חג missverstanden habe. Grätz schafft die Schwierigkeit mit der Annahme, dass der Uebersetzer im hebräischen Texte סוכה für חנכה gelesen habe, aus dem Wege. In der That ist jedoch diese Bezeichnung des Chanukafestes gar nicht so rätselhaft. Es wurde nämlich die Einweihung des Stiftszeltes, von welcher bis zur Darbringung des