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Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur · 1887-01-01 · VIII. (1887) · page 38

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Journal
Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
Volume
VIII. (1887)
Date
1887-01-01
Page
– (sequence 38)
Language
German
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33 alexandrinische Judenheit dazu veranlassen, die Feier des Chanukafestes, die in Palästina bereits stabil geworden war, auch in ihrem Kreise einzuführen. Ein früherer Versuch, sie dazu zu bewegen (v. 7 ff.), scheint nicht den rechten Erfolg gehabt zu haben. Der Grund für das ablehnende Verhalten, das die Alexandriner in diesem Punkte anfänglich beobachtet haben, ist nicht in den politischen Verhältnissen, sondern in den religiösen Anschauungen jener Zeit zu suchen. Das Religionsgesetz, nach welchem Cultus und Lebensführung geregelt werden sollte, war abgeschlossen. Was in den biblischen Vor- Schriften nicht angeordnet oder doch wenigstens in der traditionellen Auffassung derselben und in der gewohnten Praxis, in welcher dieselben zur Ausführung kamen, nicht bezeugt war, das konnte unmöglich das Ansehen einer geheiligten Religionspflicht für sich in Anspruch nehmen. Nun war von Palästina aus eine Festesfeier angeordnet worden, die von Jahr zu Jahr sich wiederholen sollte und mit einer besonderen Pflichtübung, bestehend in der Anzündung von Lichtern, verbunden war. Musste das nicht als eine unberechtigte Neuerung erscheinen, als eine Hinzufügung menschlicher Einrichtungen zu dem göttliehen Gesetze? Es ist gar nicht so ausgemacht, dass die Einführung der Chanukafeier in Palästina ganz Widerspruchslos durchgegangen ist, um wie viel weniger ist dies von der alexandrinischen Gemeinde anzunehmen, die das Judentum nur aus den heiligen Schriften kannte und sich um so mehr an das Bestehende halten musste, als es ihr an der geistigen Selbständigkeit gebrach, die das Lebenselement einer naturgemässen Fortentwicklung der ererbten Institutionen ist? Wie man in Palästina über neue Einrichtungen, welche auf dem Boden der Religion Wurzel fassen sollten, gedacht hat, erfahren wir aus talmudischen Angaben über die Einsetzung der Purimtage, die, wenn sie auch einer späten Zeit angehören, doch die Anschauungen, die hierüber in der ganzen nachexilischen Periode geherrscht haben, getreu wiedergeben und in dieser Hinsicht überaus belehrend sind. Den Männern, die zur Zeit Mordechafs und Esther’s über die religiösen Angelegenheiten zu entscheiden hatten, bemerkt R. Jonatan, sei es eigentlich 3

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