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Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur · 1887-01-01 · VIII. (1887) · page 26

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Journal
Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
Volume
VIII. (1887)
Date
1887-01-01
Page
– (sequence 26)
Language
German
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21 dienst, wie es seiner Vorstellung nach etwa Jeremia verfasst haben könnte, aufzusetzen1). Denn dass der Verfasser kein Palästinenser war, ist sowol aus dem Gedankengange als auch aus der Form und Stilart dieses Schreibens zu erkennen. Das national-jüdische Moment, das in allen prophetischen Ermahnungsschriften durchschimmert, wird hier gänzlich vermisst. Auf die Sünden der Väter, die durch Götzendienst ihren Gott erzürnt haben, und sogar auf diesen Gott selbst und die Gnadenthaten, die er seinem Volke erwiesen hat, wird fast gar nicht hingewiesen. Auch eine Berufung auf das heimische Gesez und die unbeachtet gebliebenen Mahnungen der Propheten wäre hier am rechten Orte gewesen. In der Einleitung (2—8) wird zwar ein schwacher Anlauf dazu genommen, auf die frühere Sündhaftigkeit hinzuweisen, aber diese Betrachtung, über die rasch hinweggegangen wird, bildet nur den unentbehrlichen Anhaltspunkt der weiteren Ausführungen. Der Verfasser denkt eben nicht national; es ist ihm nur darum zu thun, mit Verstandesgründen die Nichtigkeit des Götzendienstes nachzuweisen. In derselben Weise, wie es hier geschieht, hätte auch ein gebildeter Heide, dem die Verehrung der Götterbilder als eine Thorheit erschien, gegen den Cultus, der mit denselben getrieben wurde, polemisiren können. Eine solche blos ein bestimmtes Thema ausführende Rede, die an keiner Stelle durch Nebenbetrachtungen und Zwischenbemerkungen unterbrochen wird, von ihrem Gegenstände nirgendswo abschweift und, trotzdem es ihr an Lebhaftigkeit und Bilderschmuck nicht fehlt, doch des Schwunges und der Wärme, wie nur die innere Empfindung sie zu verleihen vermag, entbehrt, kann nicht das Werk eines von dem national-religiösen Gedanken begeisterten Judäers sein. Der Verfasser ist ein gewandter Polemiker, der die schneidenden Waffen der Ironie geschickt zu handhaben und seinen Gegner vollends niederzuschmettern weisz, aber es fehlt ihm die Zornesglut der Entrüstung, das Feuer des Eifers, das, wenn es auf andere verheerend herniederfällt, zugleich auch das eigene Herz entflammt. Auch die Methode logischer Bel) Nach Ps. Jonat. Jer. 10, 11 ist die aram. Stelle der Inhalt eines an die babylon. Exulanten gerichteten Briefes (s. Pleszner a. a. 0. p. 30.)

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