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Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur · 1887-01-01 · VIII. (1887) · page 21

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Journal
Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
Volume
VIII. (1887)
Date
1887-01-01
Page
– (sequence 21)
Language
German
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16 übliche Phrase gelten lassen können, wenn nicht in dem Gebete selbst (2, 21—24) die Unterwerfung unter den König von Babylon als ein göttliches Gebot, dessen Nichterfüllung das Eintreffen der göttlichen Strafgerichte zur Folge gehabt habe, dargestellt werden würde. Allerdings mahnt auch 3Jeremia (C. 27) zur Unterwerfung unter das Joch der babylonischen Herrschaft, aber es wurde in späterer Zeit doch nicht daran gedacht, die Nichtbeachtung jener Mahnungen ausdrücklich zu bereuen und dessen in Bussgebeten zu gedenken. Dem Verfasser war es offenbar darum zu thun, die Erduldung einer Fremdherrschaft, der sich das judäische Nationalgefühl nicht fügen mochte, plausibel zu machen und die freiwillige Unter־ werfung unter dieselbe als eine That gottgefälliger Gesinnung hinzustellen. Nun könnte man danach allerdings zu der An־ nähme geneigt sein, dass diese Schrift zur Zeit der Belagerung Jerusalems durch die Römer aus den Kreisen der Friedenspartei hervorgegangen sei, die in dem für einen Bussgottesdienst bestimmten Gebete in dieser Weise für ihre Tendenzen Stirnmung machte, doch ist es fast undenkbar, dass auch nicht ein entfernter Zug der damaligen Anschauung und Situation sich in dieser Bussbetrachtung irgendwie ausgeprägt hätte. Inhalt und Ausdrucksweise lassen es nicht im Geringsten erkennen, dass der Verfasser der nachmakkabäischen Periode angehört. Einen hohen Grad von Wahrscheinlichkeit dürfte indes die Vermutung für sich haben, dass diese Schrift dem Zeitalter des Hohenpriesters Alkimos entstammt. Nach allem, was wir über Alkimos erfahren, scheint er, um zur Hohenpriesterwurde zu gelangen, sich an die Spitze einer Partei gestellt zu haben, die auf die politische Selbständigkeit Judäas verzichtete und lieber unter dem friedlichen Schuze der Seleuciden stehen als mit den Waffen den schweren Kampf gegen die Fremdherrschaft aufnehmen wollte. Selbst im ersten Makkabäerbuche (C. 7), in welchem (v. 5) Alkimos als das Haupt der Hellenisten hingestellt und ihm (v. 9) das Epitheton ״der Frevler“ beigelegt wird, wird doch der Umstand nicht verschwiegen, dass einst die Schriftgelehrten und die Assidäer den Friedensversicherungen des Alkimos Vertrauen geschenkt haben

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