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Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur · 1887-01-01 · VIII. (1887) · page 20

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Journal
Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
Volume
VIII. (1887)
Date
1887-01-01
Page
– (sequence 20)
Language
German
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15 mehreren Erklärern ausgesprochenen Ansicht muss die Zeitbe- Stimmung 1, 2 als eine den historischen Thatbestand auszer Acht lassende Zurechtlegung oder als Glosse eines jüngeren Bearbeiters angesehen werden. Wahrscheinlich ist dieses Datum in diese Stelle hineincorrigirt worden, um für das Fasten und Weinen (1, 5) einen hiezu geeigneten Tag zu bezeichnen. Ursprünglich stand wol tv tco frei t 17> afynrn und zwar sollte hier etwa angegeben sein, dass im fünften Jahre des Zedekia, als das Sendschreiben Jeremia’s an die Exulanten (Jer. e. 29), in welchem das Verhängnis, das Jerusalem treffen sollte, vorher verkündet wurde (das. 1, 16—19), in Babylon angelangt war, diese Trauerbotschaft das Volk zur Abhaltung eines Buszgottesdienstes veranlasste; der Glossator glaubte aber diese Angabe nach 2. K. 25, 8 ergänzen zu müssen. Es ist höchst wahrscheinlich, dass rr)v ßißXov (1, 3), an welchem die Erklärer (Reusz u. a.) Anstosz nahmen, eine andere Schrift als das ßfßhov des Baruch (v. 1, 3) bezeichnet und zwar ist damit das Sendschreiben Jeremias gemeint. Durch die Ineinanderarbeitung der zwei verschiedenen Berichte, welche den im Baruchbuche vereinten Schriften vorangiengen, ist der Sinn dieser Stelle, auf den nur der Gebrauch des Wortes f/ ßißXog zum Unterschiede von dem t0 ßißXiov genannten Buche des Baruch noch hinweist, verdunkelt worden. Man hat allen Grund zu der Vermutung, dass dieser Teil des Baruehbuches zu Jer. 29 mit Bezug auf v. 3 u. 52, 59 hinzugefügt wurde und der erste Saz etwa folgendermassen lautete: xcü fr nß frei tui KtfinTO) trag 0 Xdog rXxh noog Tr(v ßißXov y.cu exXaiov xai evr\6Tevov x. r. X. In dem Gebete selbst kömmt es dem Verfasser nicht mehr so darauf an, das Bild der von ihm ins Auge gefassten Zeit festzuhalten. Die Aufforderung, für Nebukadnezar und seinen Sohn Baltasar zu beten, dass sie lange leben, und Gott zu bitten, dass er ״uns die Augen erleuchte und wir unter dem Schatten des Nebukadnezar und Baltasar .. . leben und ihnen viele Tage dienena (v. 12) sticht gegen den harmlosen Inhalt des folgenden Bussgebets zu sehr ab, als dass man in ihr eine besondere Absicht, die der Verfasser dabei im Auge hatte, zu verkennen vermöchte. Man würde jedoch dieselbe zur Not als

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