Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- VIII. (1887)
- Date
- 1887-01-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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12 ist kaum zu verkennen, dass mit den ״Mythologen“ (ממשלי משלים) und denen ״die Einsicht suchen“ (דורש' תבונה) die Freunde der hellenischen Mythologie und Philosophie d. h. die jüdischen Hellenisten gemeint sind, die gegen dieselbe die heimische Lehre hintansezten. Mit besonderer Absichtlichkeit macht der Verfasser dem Volke Israel den Vorwurf, dass es ״Jerusalem, seine Mutter betrübt habe“ (4, 8). Ohne dass derselbe im Gange der Betrachtung liegt, wird er dem Ausspruche: ״Ihr habt Gott, eueren Erzeuger, vergessen“ (vgl. Deut. 32, 18) angefügt und zum Ausgangspunkte eines neuen Themas gemacht. Die klagende Mutter Jerusalem erzählt den ״Nachbaren Zions“, dass sie nur durch die Sünden ihrer Kinder der Zerstörung preisgegeben wurde (6—14) und dass ein schamloses Volk, das von ferne her kam und eine fremde Sprache redet, die Greise nicht schont und mit dem Kinde kein Erbarmen hat (s. Deut. 28, 49, 50), ihre Kinder in die Gefangenschaft geführt habe (15—19). Auch diesen Kindern selbst klagt sie ihr Leid und fordert sie auf, zu dulden, zu beten und zu Gott zurückzukehren, der sie bald von der Hand ihrer Feinde befreien und den Untergang derselben herbeiführen werde (v. 17—30) 1). Die Klagen und Hoffnungen, die in dieser Rede vorgetragen werden, sollen zwar nach der Intention des Verfassers der Zeit der Wegführung durch Nebukadnezar entsprechen, doch wird des Aufenthaltes Israels standen habe. Mit mehr Wahrscheinlichkeit lässt sich annehmen, dass der hebr. Text בני הגר דיורכי נתיבה gelautet und der Vertent dafür ב' ה' דורשי תבונה gelesen hat. Für י על הארץ das dem griech. Texte zu Grunde liegt, lässt sich auch אלי ארחה Uzur Karavane, in Gesellschaft“) vermuten. *) In der Partie 17 b—30 scheinen einige Stellen versezt zu sein. Der Passus tyo) di tL dwurri ßofi&ijoai vfitv kann unmöglich als Anfang der Anrede an die ״Kinder״ angesehen werden. Es ist wahrscheinlich, dass dieselbe mit den Worten: Gehet, Kinder, gehet u. s. w. (v. 19) begann. Auch v. 26 scheint noch in die Strophe 17 b—21 hineinzugehören. Die Reihenfolge der einzelnen Säze derselben dürfte in folgender Weise herzustellen sein: v. 19, 26, 20, 17, 18. Auf dieses Stück folgte wol v. 25, 27—29 incl., wo die Mittel angegeben werden, durch welche die erlösende Gnade Gottes wiedergewonnen werden könne, und den Schluss bildete dann 21—25, wo der letzte Saz (V. 24) in sehr passender Weise wieder auf den Anfang der ganzen Anrede zurückführt.