Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- VIII. (1887)
- Date
- 1887-01-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
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10 zur Vorlesung am Feste der Gesezgebung4 sehr geeignet er- Schemen. Dieser Vermutung gemäss müsste indess auch dsxdtri in txry emendirt werden. Deutliche Indicien sprechen dafür, dass das ßt'ßhov ursprünglich in hebräischer Sprache verfasst war. Dass (Jw8mdvßr1g (3, 10) ein Uebersezungsfehler ist, indem der Vertent fälschlieh נטמאת für נדמית las, hat bereits Kneucker (S. 280) erkannt, ebenso giebt aber tnalaiujdyg in demselben Verse keinen rechten Sinn. Hier ist entweder י;לית (s. Mal. 3, 6) für בלית gehalten worden oder es war נבלעת (s. Hos. 8, 8) das ursprüngliche Textwort. Auch an anderen Stellen scheinen ähnliche Irrungen stattgefunden zu haben. So war für avvavaG'rndcpy (3, 37), dem das hebräische נפתלת entspricht, im Urtexte wol נגלתה zu lesen und ist y.aTtvam (4, 2) Uebersetzung von לנגד, das für angesehen wurde (die ganze Stelle lautete etwa לך אל אורה לנוגה זרחה)• Ist nun mit Sicherheit anzunehmen, dass die Baruchschrift ursprünglich hebräisch verfasst war, dann kann nur Palästina, wo allein in dieser Sprache geschrieben wurde, ihre Heimat sein. Dass ein Jünger der Hillel’schen Schule, der nach der Zerstörung Jerusalems nach Rom gekommen, der Verfasser der beiden Bücher, die in der Baruchschrift vereinigt sind, gewesen sei, wie Kneucker (S. 61 ff.) darzulegen sucht, ist doch ziemlich unwahrscheinlich. Es ist auch nicht genügend erwiesen, dass sie erst nach der zweiten Zerstörung Jerusalems — nach Kneucker (S. 50) in den ersten Begierungsjahren Domitian’s — entstanden ist. Man muss, um ihre Abfassungszeit beiläufig bestimmen zu können, zunächst die Momente in’s Auge fassen, auf welche der Verfasser des Büchleins selbst ein bedeutendes Gewicht legt. Israel, lässt er Baruch sagen, ist aus seinem Lande vertrieben worden, weil es den Quell der Weisheit verlassen hat (3, 12) und von dem Geseze Gottes abgewichen ist (4, 12), das allein der Weg der Einsicht ist (4, 1, s. 3. 36). Mit der Aufforderung zur Rückkehr auf denselben (4, 2) verbindet er die Mahnung, dass Israel nicht einem anderen seine Ehre hingebe und seinen Vorzug einem fremden Volke (4,3). Der Gott, mit dem ein anderer nicht verglichen werden