Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- VIII. (1887)
- Date
- 1887-01-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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a ersten Makkabäerbuehe, von dessen ursprünglich hebräischem Texte Hieronymus noch Kenntnis hatte, schlossen die beiden anderen Bücher dieses Namens sich an und ebenso den Sprüchen Sirach’s das für ein Werk Salomo’s gehaltene Buch der Weisheit. Der Grund jedoch, aus welchem jene beiden hebräisch verfassten Stammwerke des Apokryphencodex in Palästina nicht zur heiligen Nationallitteratur gerechnet wurden, liegt nicht, wie von mancher Sehe angenommen wurde, in ihrem Inhalte, sondern in der Zeit ihrer Abfassung. Die Offenbarung in ihren verschiedenen Abstufungen galt einmal mit der Zeit, in der Alexander der Grosse den Orient dem Hellenismus unterwarf und die Periode der Griechenherrschaft begann, für zu Ende gegangen.1) Zu einem Abschlüsse de3 Kanons war es zwar zu dieser Zeit noch lange nicht gekommen. Schriften, die gefeierten Männern der früheren classischen Zeitalter zugeschrieben wurden oder aus vermeintlich alter Quelle stammten, konnten, wenn nur der Oftenbarungsgenius aus ihnen hervorleuchtete, noch immer zu dem Ansehen heiliger Urkunden der Vergangenheit sich erheben, doch wurde bei Schriften, die es durch ihren eigenen Inhalt verrieten, dass ihre Abfassungszeit diesseits der bezeichneten Grenze lag, die Aufnahme in den Kanon überhaupt nicht in Erwägung gezogen. Die Sprüche Sirach’s und das Makkabäerbuch wurden daher in Palästina niemals als heilige Schriften angesehen und ebensowenig wurden die Erzählungsschriften Tobias und Judit, alte Einzelhaggada’s, die keinen Zusammenhang mit der judäischen Volksgeschichte bekunden, und das sagenhafte ausgeschmückte dritte Esrabuch, in welchem die Wirksamkeit Nehemias mit Stillschweigen über־ gangen wird, jemals für solche gehalten. Ein anderes Bewandtniss als mit den historischen und parabolischen Litteraturwerken, die der Apokryphensammlung angehören, hat es mit den in dieselbe aufgenommenen epistolarischen Schriften und den Zusätzen zum Buche Daniel.2) Diese beurkunden sich als S. Jabrb. 3, S. 158. ') Die Zusätze zum Buche Esther unterscheiden sich zu deutlich von dem eigentlichen Inhalte derselben, als dass sie für echte Bestandteile desselben gehalten werden konnten. 1*