Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- VII. (1885)
- Date
- 1885-01-01
- Page
- – (sequence 181)
- Language
- German
- Belongs to
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177 ausgegebenen fünf Bände verzeichnet sind, ersehen wir, dasz die liebersezung bereits zwei Ordnungen des j. Talmuds umfaszt. Es gehört schon keine geringe Ausdauer dazu, diese weite Strecke schrittweise zu durchwandern und über jede Einzelnheit des so schwer zu bewältigenden halachischen Materials sich in genügendem Masze zu orientiren. Diese Vorarbeit erfordert viel mehr Fleisz und Umsicht, als die Uebersezung, die schon von einer fertigen klaren und sicheren Auffassung getragen sein musz. Dieser Umstand darf, wenn man das Verdienst des Verfassers in gebührender Weise würdigen will, nicht übersehen werden. Eine talmudische Partie liest sich nicht so glatt, dasz man sie frischweg aus dem Urtexte in eine andere Sprache übertragen könnte. Allerdings wird das Studium der Talmüde durch die Commentare, die eine fortlaufende Interpretation des Inhalts darbieten, wesentlich erleichtert, aber auch diese will genügend durchdacht sein, ehe hier von einem auch nur einfachen Verständnisse die Rede sein kann. Es läszt sich danach ermessen, mit welchem Aufwand von Fleisz und Anstrengung der Verfasser an seinem Werke gearbeitet hat. Die genau an den Text sich anschlieszende, den Inhalt desselben getreu wiedergebende Uebersezung läszt von dem Schweisze der Arbeit nichts merken. Sie ist populär gehalten, so dasz auch die gewöhnlichen Leser, zu deren Gebrauche eine solche, so sie ihrem Zwecke entsprechen soll, zunächst bestimmt sein musz, sich in dem Sachinhalte ohne Mühe zurechtfinden. In den Noten sind auch Parallelstellen und sonstige nüzliche Bemerkungen angeführt. Von besonderem Werte sind die Indices am Schlüsse des Werkes, die der Verfasser ganz selbständig hersteilen musste, da bekanntlich derartige Arbeiten aus früherer Zeit nicht vorhanden sind. Dasz der Verfasser auf eingehendere Nachforschungen sich nicht einlassen konnte, ist selbstverständlich. Wir können es ihm daher nicht verdenken, dasz טא״מלש im Comm. פני משח zu Succa 1,6 ihm unerklärlich erscheint (p. 8 N. 5), währenddem es doch aus £?טוייל Ö׳ujaux) bei Raschi zu Succa 12 b verschrieben ist. ״La rose du Carinel“ (p. 26) kann zu einem Miszverständnisse Anlass geben; der Text (Suc. 3, 6) hat שושנת קרמל» die Parallelst. (Neg. 1, 5) blos וכקורמל (ab וכקורמן)» das eine Pflanzenart bezeichnet (viell. chermes). Die Erklärung von אושי (j Meg. 1, 8) durch d££ (p. 110) hätte, obzwar Levy sie aufstellt, wegbleiben können, da א1שי aus קושי corrumpirt ist (vgl. b. Nid. 38b). Neu ist uns die Ableitung des Wortes כרמלח (s. Jahrb. 1, S. 128) von Wir wollen, da der Verfasser auch die in Jahrb. 1, 227 nachgewiesenen Stellen aufnimmt, noch schlieszlich auf ein in den Texten fehlendes Stück in j. Meg. 2, 5 hin weisen, das in einem Citate der groszen Halachot (Ed. Warschau p. 81, vgl. auch Tos. Arach. 3a) sich erhalten hat. Zwichen וקרי לה קלמוהון und אין קרן־יין (Ed. Zitom. p. 40 Z. 2 v. u.) ist nämlich noch einzuschalten: ר' יונה אבוד• דר' מנוא היה מהכוון לקרוס אותה לפני הנשים שבביתו• 12