Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- VII. (1885)
- Date
- 1885-01-01
- Page
- – (sequence 175)
- Language
- German
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171 Wörter aufsuchender Commentator. Auf philologische und grammaticalische Untersuchungen, welche in der Schriftexegese nie ganz umgangen werden können, läszt er sich selten ein, geht sogar oft über schwierige Stellen mit völligem Stillschweigen hinweg und liefert überhaupt mehr sachliche Ausführungen als sprachliche Erläuterung. Auch kann seine Auffassung bei aller Geradheit und Klarheit nicht gerade .tief und scharf genannt werden. Erhellenden Einblicken, wie sie z. B. Samuel b. Meir den Schriftforschern erschlieszt, oder lichtvollen Bemerkungen, die den dem volkstümlichen Geschmacke und der rabbinischen Ueberlieferung mehr huldigenden Jizchaki so anziehend machen, begegnet man in Kara’s Commentarien nur selten. Der Wert seiner exegetischen Leistungen, der hauptsächlich in Anwendung einer natürlichen, dem Schriftworte entsprechenden Erklärungsmethode besteht, wird indess dadurch nicht verringert. Er bekundet ein klares Verständtniss seines Inhalts und trägt nie fremdartige und fernliegende Gedanken in dasselbe hinein; ja selbst da, wo er in der bei ihm noch lange nicht ganz überwundenen haggadischen Ausleguugsweise sich ergeht, in unbestimmt gehaltenen Aussprüchen Hinweise auf bestimmte Persönlichkeiten und That- Sachen erblickt und daher ohne Weiteres sie in denselben angedeutet findet, verliert er sich nie in das Gebiet phantastischer Einfälle und selbstgemachter V oraussezungen. Ueber das noch nicht genügend aufgeklärte Verhältnis Josef Kara’s zu Jizchaki lassen sich auch in dem vorliegenden Commentare keine sicheren Anhaltspunkte ermitteln. Dafür, dasz beide oft dieselbe Erklärung darbieten und diese Uebereinstimmung zuweilen auch in Auffassungen, die nicht auf der Hand liegen, sondern nur als das Ergehniss selbständigen Nachforschens angesehen werden können, stattfiudet, sind zalreiche Belege vorhanden, von welcheu wir nur diejenigen, die sich als besonders instructiv darstellen, hier anführen wollen. Zu ידעתיך L *> bemerkt K., dass Jeremia schon zur Zeit Mosis von Gott zum Propheten bestimmt wurde, was in Deut. 18, 18 angedeutet sei. Diese Auslegung wird von J. als ״zweite Erklärung“ (ד־״א) angeführt. Dasselbe geschieht auch zu 12, 1, wo K. unter den ״Frevlern“ die Bewohner Anatots versteht. Dass der Passus ״Wasser des Nils zu trinken“ (2, 18) eine Anspielung auf Pharao’s Befehl, die neugeborenen Knaben der Hebräer iu den Nil zu werfen, enthalte, wird sowol von J. als von K. angenommen. Der ״Weg im Thale“ (2, 23) bedeutet nach beiden die Versündigung bei Bet-Peor. Betreffs der Form □34 ,2) מצאתי) verweisen beide auf נשאתים (Ez. 16, 58) und ebenso berufen sich beide in der Auslegung der Worte 36 י2) כאשר בשח מאשור) in gleicher Weise auf 2. Chr. 28, 20, 21. Die von J. 4, 24 angeführte haggadische Auslegung erscheint bei K. als eigentliche Erklärung. Zu 30 14 תקרעי) bemerkt j. ל' קריעה שהפוך נראה כמרחיב קרע העין בך שמעתי וגם מנחם לא חלק במחברת הרע, dass קרע wer erweitern bedeutet, erfahren wir auch von k. (פתרונו כי תרחיבי בפוך עיניך)• Anname liegt nahe, dass J. diese Erklärung von K. gehört hat. Zu שרתיה