Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- VII. (1885)
- Date
- 1885-01-01
- Page
- – (sequence 171)
- Language
- German
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167 ein Hauptmitglied des Frankfurter Collegiums zu demselben stand. — R. Abraham Lissa besasz auch medicinische Kenntnisse, allerdings ganz eigentümlicher Art. Einige seiner Heilmittel beschreibt sein Schüler Jakob Koblenz (Mafteach hajam 33 b, 43 a), der auch eine ihrer Seltsamkeit wegen nicht uninteressante exegetische Bemerkung von ihm mitteilt (29a). Er wurde seiner Zeit als ein Muster der Wolthätigkeit gepriesen. Man erzälte sich, dass er einmal in einem Theuerungsjahre Alles, was er hatte, an Arme ausgeteilt und dies vor seinen Freunden, die ihn darüber zur Rede stellten — da man nach talmudischer Lehre höchstens ein Fünftel seines Besizes wolthätigen Zwecken widmen dürfe — mit einer sinnigen Schriftdeutung und mit der Bemerkung, dass im Falie der Lebensgefahr biblische und um so mehr rabbinische Sazungen übertreten werden dürften, gerechtfertigt habe (s. Margaliot, Tal Orot Ed. Pressburg 6 a). Sein Todestag ist der 11. Tischri 5529 (= 1768). — Unter den Documenten, die der Verfasser in den Anhängen beider Schriften mitteilt, haben die teilweise in das Mittelalter zurückreichenden Grabschriften das meiste Interesse. Die einer jüngeren Periode angehörenden Epitaphien sind leserlicher und konuten daher leichter copirt werden, als die älteren, bei denen auch die wahrscheinlich den Zeilen der Originale entsprechenden aber sonst sinnstörenden Teilungsstriche den Zusammenhang nicht immer recht erkennen lassen, doch bieten sie manche beachtenswerte geschichtliche Auskunft. Der älteste stammt vom J. 1272, der Zweitälteste vom Anfang des J. 1273 (S. 93, wo Z. 4 [החשו[2ה zu lesen ist). No. 2681 (ib.) ist die Grabschrift eines Gelehrten Jakob b. Jehuda p"^. In Treves’ Siddurcom. (Bg. 24 Bl. 4 p. b) wird eine Bemerkung im Namen des הגאון מהר״ר מאיר ב״ת mitgeteilt, der demselben Familienstamme anzugehören scheint. Die Grabschrift vom J. 1452 (S. 93,94) zeichnet akrostichisch den Namen נפחלי (von den zweiten Halbzeilen liefert nur die lezte ihren Initialbuchstaben zur Namenszeichnung) und gehört einem Jehudab. Menachem an. Ist Naphtali vielleicht der Verfasser derselben? In der Grabschrift des Rabbiners Isak b. Eljakim לעק (in Or ha־Jaschar 6 b und 73a לינץ, in Debek tob 98 b und in den Glossen zu Maharil Ed. Hanau 107 b לינך) ist להם פיד wol in להספיד zu emendiren. No. 622 (ib) hat die Ueberschrift יקינה בינג דל die unverständlich erscheint. Die mit gleicher Reimsylbe schlieszenden Zeilen ergeben den akrostichisch angebrachten Namen שלמה בינג• Der Text des Epitaphiums ist nämlich in folgender Weise abzuteilen: שני בבו[חי](י מרדה מים עיני עוללה- לעטרת ראשינו שממנו נפלר« ׳מרביץ (? 1• תורה וחכמה כלולה. המאיר עיני ישראל והגולה. באמיתת (באה מיתת פרנס• ומנהיג הקהלה. ישחתו וצרקחו יהיה לו ולנו כעולה־'נערים בכל יום תמיד כלכלה. גדול וקט! שחרית אחר התפילה, ה״ה שניאור בר שמואל נש]מתו עאתח] יום ד' א׳ רחנוכה ש״לה לם״ק]• Auffallend ist Mer bios, dass das Akrostichon den Namen Salomo hat, währenddem der Verstorbene l) Vgl. Zach. 2, 12. Mit der Congruenz des Genus nimmt es der Verfasser dieser Grabschrift nicht genau.