Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- VII. (1885)
- Date
- 1885-01-01
- Page
- – (sequence 169)
- Language
- German
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165 gönnt, dass er, zu dem die Fachgenossen mit schlechtverholenem Neide, die- Schüler aber mit grenzenloser Verehrung emporblickten, sich ihrem Urteil demütig unterwerfen müsse. In Frankfurt brachte genanntes Schreiben in den maszgebenden Kreisen, die zumeist aus Anhängern R. Jonatan’s bestanden, erbitterte Miszstimmung hervor1 2). Die Stellung R. Josua’s, der sich auch im weiteren Verlaufe des Streites consequent blieb, war, seitdem er in denselben eingetreten war, so erschüttert, dass er sich genötigt sah, seinen Wohnsiz von Frankfurt hinwegzuverlegen3). Er starb Freitag, 4. Schebat 1755 im Alter von 75 Jahren in OfFenbach und wurde in Frankfurt beerdigt3). Josua Falk hat durch seinen grosz angelegten, sorgfältig ausgearbeiteten Commentar zu einem groszen Teile des Talmuds, der eine Frucht hingebenden Fleiszes und ernster Gedankenarbeit ist, sich ein bleibendes Denkmal gesezt. Auch in seinen Gutachten, diegelegentlich in zeitgenössischen Responseu- Sammlungen mitgeteilt werden, hann man die Klarheit und Objectivität seines Urteils erkennen4!. Es verdient auch hervorgehoben zu werden, dass R. 1) Luchot Edut 23 b.' Das Schreiben der beiden Frankfurter ist vom 25. Siwan 1751 datirt und bildet demnach eine Antwort auf einen Brief Eybenschütz, in welchem er sich über Josuas Schreiben vom 11. Siwan beklagte. Die Darstellung des Verfassers (S. 29) ist danach zu berichtigen. 2) In einem Schreiben an David Meldola ddo. Worms, 22. Kislew 1753 (8. Resp. דברי רוך Approb. und Vorr. 3 a) bemerkt er, er habe das Joch des Rabbineramtes längst abgeworfen und wolle sich im Alter auf sich selbst zurückziehen. Seinen Plan, nach Palästina auszuwandern, könne er wegen überhandnemender Ankämpfungen, denen er ausgesezt sei, und besonderer Hindernisse, die es ihm unmöglich machen, aus der Stadt herauszukommen, nicht ausführen. 8) In Keller’s Bikkurim II p. XI wird der Todestag Jonatan Eybeschütz’s für Josua Falk notirt, indem Abraham Trebitsch Korot ha-Itim 20b falsch verstanden wurde. Vgl. über Eybeschütz Sterbetag Wagenaar Jakob HirschePs (Emdens) Leben p. 62 A. 274 4) So nimmt er z. B. in einem Schreiben an David Meldola (1. c. No. 25) keinen Anstand, den Gebrauch der Palästinenser, die synagogale Vorlesung des Pentateuchs in eiuem Zeitraum von drei Jahren zu absolviren, in einer sehr zutreffenden Weise zu rechtfertigen. ״Obzwar“, sagt er, ״wir keine Ursache haben, nach Gründen für diesen Brauch zu suchen, da wir denselben nicht befolgen, halte ich es doch für gut, die Berechtigung desselben zu beweisen. Die Palästinenser pflegten mit der Vorlesung des Textes jeder einzelnen Abteilung der Pentateuchlection auch die Uebersezung und Auslegung derselben zu verbinden und besorgten, dasz eine zu lange Vorlesung der Gemeinde zur Last werden könnte. Ueberdies ist ja ״besser wenig mit Andacht als viel ohne Andacht“. Sie machten daher die einzelnen Abschnitte so kurz, als es nur möglich war, ohne gegen andere diesbezüg