Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- VII. (1885)
- Date
- 1885-01-01
- Page
- – (sequence 165)
- Language
- German
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161 1, p. 51)l) ermittelt.—Einer der berühmtesten Talmudisten seinerzeit war der 17142) nach Frankfurt berufene R. Abraham Broda, der früher in Prag und seit 1708 in Metz als Rabbiner gewirkt hatte (s. Appr. מאורת נחן)• Er war ein gewandter Dialektiker, der ein Thema mit überraschender Gewandtheit und mit Zuhilfename der ausgesuchtesten Combinationen zu beleuchten verstand, aber in dem auf bloszen Hypothesen aufgebauten gewundenen Gedankengange sich auch von der einfachen Wahrheit oft zu weit entfernte. Ein talmudischer Text, äuszerte er sich, sei so vieldeutig, dasz er die verschiedensten Erklärungen zulasse, ob diese nun nahe- oder fernliegend erscheinen3 4). Seine Methode, die später von dem mit einem fascinirenden Scharfsinn begabten Jonatan Eybenschütz zwar sehr geschmackvoll gehandhabt aber doch auch auf die Spitze getrieben wurde, fand in manchen Kreisen von Fachgenossen den heftigsten Widerspruch. Man gieng so weit, gegen Abraham Broda wegen der ״falschen Thora“, die er lehre, eine öffentliche Bannerklärung zu erwirken (s. Luchot ha־Edut Ed. Prag 1788, 83 a das Schreiben des Rabbiners Meir v. Holleschau). Einige seiner Gutachten sind in der zeitgenössischen Responsenliteratur aufbewahrt (s. Resp. Meil Zedaka 1—4; Resp. Mord. Süskiud Rotenburg 27-301); Resp. Jakob Popers I No. 43, 55, vgl. auch No. 61.) In nicht geringerem Ansehen stand der zu seinem Nachfolger erwählte R. Jokob Popers, der schon als Rabbiner in Koblenz sich eines groszen Rufes erfreut hatte. Eine zahlreiche Schülerschaar lauschte bewundernd seinen durch geistvolles Frage- und Antwortspiel und scharfsinnige Zurechtlegung der verschiedenen Meinungen belebten talmudischen Lehrvorträgen. Ein Einwand, den er in seiner Antrittsrede gegen eine Bemerkung Karo’s zu einem halachischen Lehrsaze Maimuni’s erhoben, erregte in fachgenössischen Kreisen nicht geringes Aufsehen (s. Chagis, Leket ha-Kemach ף Josef Schotten war nicht ein Sohn R. Samuel's, sondern R. Moses’ aus Frankfurt. Die Approb. zu Tur Jore Deah Ed. Dyrenfurt 1781 trägt die Unterschrift:יוסף יוזפא הכהן בלא׳א המנוה החסיר מו׳ה משה הכהן שאטין מק׳ק פפד'מ• Ueber Enoch Schotten s. Elasar b. Salomo (Chomat Esch Vorrede). 2) Vgl. 148 קרבן נתנאל b. 3) וראם שהמה קצת דברים רחוקים שאין לשון רש׳י ותוספות סובלים פירושנו עכ׳ז ראוי לאומרן בגמרא שהיא סובלת כל פירושים קרובים ורחוקים כאשר שמעתי מפי טהור וקדוש מ׳ו הנאון מה׳רא ברודא זלה׳ה (Oiianow ברכת אליה von־.). 4) Die Anfrage in Resp. Or Neelam No. 20 stammt wol aus seinen jüngeren Jahren. In Resp. Jakob Popers I No. 61 wird ein von Abraham B. aufgestellter Beweis widerlegt. In dem Abdrucke in Resp. Maamar Mordechai No. 10, der das ursprüngliche noch nicht berichtigte Responsum enthält, fehlt dieser Name. 11