Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- VII. (1885)
- Date
- 1885-01-01
- Page
- – (sequence 157)
- Language
- German
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153 so macht er doch von den Moralbiichern R Jona’s und besonders von den Werken der Kabbalistenschule zu Szafed, in denen die ethische Vertiefung des religiösen Sinnes mit der mystischen Verwirrung desselben Hand in Hand gierig, für diesen Zweck reichlichen Gebrauch. Seine klare, die reellen Anforderungen der Lebensmoral scharf in Auge fassende Anschauung bekündet sich auch darin, dass er der theoretischen Kabbala gegenüber sich indifferent verhält, aber dennoch ihre ethische Anregung gerne auf sich einwirken läszt, z. B. das Buch Charedim, in welchem das ganze Religionsgesez im Lichte derselben dargestellt wird, zum Studium in Vereinen empfielt (197 a) und den Statuten der von ihm gegründeten Buszgesellschaft eine ähnliche in Szafed bestehende Vereinigung als Vorbild hinstellt. Seinen Kenntnissen und Eigenschaften1} nach wäre Josef Hahn völlig dazu berufen gewesen, das Amt des Rabbiners in seiner Gemeinde zu bekleiden, er hat indes dasselbe nur zuweilen interimistisch versehen. Nach Jesaia Hurwitz wurde wahrscheinlich R. Mose b. Jesaia Menachem (vgl. über denselben Landshut Am. ha־Ab. p 227, Zunz Literaturgesch. S. 430, Carraoly in Israelit Jahrg 8 S. 50, J. M. Zunz Jr hazedek p. 47), der bereits neben ihm als Assessor gewirkt hatte, zum Rabbiner erwählt. Unmittelbar nach der Restitution der Gemeinde traf er manche Anordnungen2). — S. 18 teilt der Verfasser die Namen der Männer mit, die in den Documenten als Gelehrte bezeichnet werden. Simon Günzburg, auch שאטלס genannt, war früher Rabbiner in Hildesheim (s Z. D. I, a. 1633). Sein Enkel, David Grünhut, der ihn unter diesem Namen citirt (s. Vorr. z. ל(טיב ךןאו führt (ib. zu Abschn. rp£* חיי) eine Glosse zu Raschi und (Abschn.ישב') zum Midrasch von ihm an, s. auch Keller Bikkurim I, S. 25 — A. 5 und 6 sind wol umzustellen, da Ahron Düdelsheim (s. J 0. No. 323) nach der S. 97 mitgeteilten Grabschrift erst 1639 gestorben ist. Der 1618 erwählte R Samuel Hildesheim ף Der Umstand, dasz der Ausdruck נכרי von ihm auch zur Bezeichnung auswärtiger Juden angewendet wird, beweist nichts für seinen Local- Patriotismus (S. 8 A. 2). Desselben bedient sich bereits Menachem Mersebürg (נמוקים No. 4) vgl. auch Resp Mose MinzNo. 39, Zemach zedek No. 37 2) Aus Josif Omez No 671, wo das Nähere hierüber berichtet wird, scheint hervorzugehen, dasz gleichzeitig mit R. Mose Mendels, den er hier wie No. 28. הגאון חב□ עירינו nennt, noch ein zweiter Gelehrter die Stellung eines Rabbiners (א2 ד) eingenommen habe, es ist jedoch nicht daran zu zweifeln, dasz auch leztere Bezeichnung sich nur auf ihn bezieht. Die An' drohung des Bannes weist auf die specielle rabbinische Autorität hin, die er besasz. In der Approbation zu ים של שלמה ר״ק Ed. Frag 1615, die die Assessoren Samuel b. Abraham אליסוס (Hildesheim), Ahron b, Josua Mose Lurja und Asriel Mühlhausen unterzeichnen, nennt er sich Mose b. Menachem Bacharach, vgl. Approb. zu גנרן איון Ed. 1614. Auch der S. 19 genannte Menachem b. Chanan hatte den Familiennamen Bacharach. Er war früher Rabbinatsassessor in Fulda (s. Resp. Maamar Mordechai 41a, 42 a).