Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- VII. (1885)
- Date
- 1885-01-01
- Page
- – (sequence 156)
- Language
- German
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152 Geist und Leben dem angestrengtesten Studium weihende Hingebung anzuerkennen haben, die sich in ihnen kundgiebt und die Bewunderung der Nachwelt verdient. Der Verfasser macht uns (S. 6—18) zuerst mit den Erlebnissen und Leistungen des R. Joseph Hahn, Verfassers des Ritualwerkes Josif Omez, bekannt. Dieser hatte seinen! Vater R. Seligmann, der einen Buchhandel betrieb (s. J. 0. No 842), den dritten Teil von Lonsano’s שהי ידוה neu ^e־ rausgab (No. 217) und talmudische Vorträge hielt (151a), sowie auch seinem Lehrer, dem Frankfurter Rabbiner R. Hirz (s. No. 128, 163, 476, 519 u. a. St.), dessen Glossen zum Mordeckai er citirt (No. 163 und 206 a), den gröszten Teil seiner Kenntnisse zu verdanken. Auszer seinem bereits genannten Hauptwerke, bei dessen von seinem Schüler Samuel Haas-Grotwohl (s. Stein- Schneider, Catalog d. hebr. Handsckr. z. Hamburg S. 87, A. 2)1) veranlaszter Bearbeitung ihm sein älterer Bruder Isak (s. Vorr.) — der vom Verfasser S 6 genannte Eichanah, der ein auf vielen Gebieten heimischer Gelehrter gewesen sein soll, wird wenigstens in J. 0. nicht genannt — behilflich war und den bei Steinschn. a. a. 0. erwähnten Schriften, schrieb er auch verschiedene Rechtsbescheide (193 a). Ueber die Lebensverhältnisse Hahn’s finden sich in seinem Werke nur vereinzelte Notizen Von seinen Kindern sind seine mit Salman Haag verheiratete Tochter Freudlin (205 b), sein ältester Sohn Isak (164 a, 206 a), dessen Unterschrift Steinschn. (S. 86) mitteilt, bekannt. Mehr erfahren wir über sein Wirken innerhalb der Gemeinde, die durch den Fettmilck'schen Aufstand in eine schwere Krisis hineingeraten war, und besonders über die Veranstaltungen zur Belebung und Vertiefung des religiösen Sinnes, die von ihm ausgiengen. Diesem sollte auch zumeist nur das mehr für den Localgebrauch als für die weite Oeffentlichkeit bestimmte Werk, in welchem er zunächst die einzelnen rituellen Usanzen, soweit sie nicht allgemein bekannt waren, verzeichnet und feststellt, zur Stüze dienen. So sorgsam er nun hiebei zu Werke geht und so sehr er auf eine genaue Befolgung geringfügiger Bräuche besteht und zwar auch da, wo dieselbe mit Verlust und Unbequemlichkeit verbunden ist oder den Hohn der Spötter auf sich zieht, ist er doch weit davon entfernt, die schale Aeuszerlichkeit als den vollen und alleinigen Ausdruck treuer religiöser Gesinnung anzusehen. Das Buch ist reich an Belehrungen über praktische Moral, die einen ziemlich groszen Teil desselben ausmachen. Dieselben sind aus den besten Schriften der ethischen Literatur geschöpft und wenn er das religionsphilosophische Schrifttum der spanischen Schule von Saadja bis zu Arama, das ihm unmöglich ganz unbekannt sein konnte, ignorirt - vielleicht durfte man damals in Deutschland die Kenntniss desselben nicht verraten ~ * י) St. bemerkt, dasz in dem angeblich gleichen Ziffern werte der Wörter זנוויל האז und אומץ (Vorr.) die Rechnung nicht stimmt. Es ist in dem Namen auch die Anzal der Buchstaben in Anschlag zu bringen und א2ץ חסך ßtatt אומץ חסר zu schreiben.