Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- VII. (1885)
- Date
- 1885-01-01
- Page
- – (sequence 155)
- Language
- German
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151 Einzelnheiten dieser Art können zwar ein gröszeres geschichtliches Interesse nicht beanspruchen, aber es ist doch immerhin verdienstlich, Personen und Thatsachen, die ihrer Zeit besondere Beachtung erlaugt haben, der Vergessenheit zu entziehen und das ohnehin genug lückenhafte Bild entschwundener Zeitalter dadurch zu vervollständigen. So können wir denn auch von den weiteren in Aussicht gestellten Teilen dieses Werkes, das die anderen hervorragenden Persönlichkeiten der früheren Berliner Gemeinde behandeln soll, noch manche Bereicherung für die jüdische Geschichts- Wissenschaft erwarten. 27. Frankfurter Rabbinen. Ein Beitrag zur Geschichte der israelitischen Gemeinde in Frankfurt a. M. II. Von Josef Hahn bis R. Jakob Hakohen Popers (1614—1740), von Dr. M. Horovitz, Rabbiner, Frankfurt a. M. 1883, Jäger, 8. 106 S. 28. III. R. Josua Falk und R. Abraham Lissa (1740—1769), von Dr. M. Horovitz, Rabbiner, Frankfurt a. M. 1884, Jäger, 8. 101 S. In den beiden Fortsezungen dieses bereits in Jahrb. 5. S. 221 angezeigten Werkes wird uns eine Reihe von Persönlichkeiten vorgeführt, von welchen manche bisher blos durch ihre literarische Thätigkeit oder durch vereinzelte Nachrichten, die sonst über sie in die ()Öffentlichkeit gelangt waren, andere aber überhaupt noch nicht bekannt geworden sind. Auf Grundlage einer gründlichen Durchforschung der handschriftlichen Quellen (Gemeindebücher und Grabschriften) und verstäudiger Einsichtnahme in das ziemlich reiche Schrifttum, das von Frankfurter Rabbinen und Gelehrten uns zugekommen ist, wird uns in demselben ein recht anschauliches Bild ihres Wirkens sowol innerhalb der Frankfurter Gemeinde als auch auf literarischem Gebiete dargeboten. Die Darstellung wird dadurch, dass der Verfasser oft ihre eigenen charakteristischen Aeuszerungen in passender Uebertragung wiedergiebt, interessante Proben aus ihren Werken mitteilt und den Leser gleichsam in die Werkstätte ihres geistigen Schaffens einzuführen sucht, besonders belebt. Allerdings musz das Urteil über manche derselben anders ausfallen, wenn man auch die Schattenseiten, die nicht ihrer Persönlichkeit, sondern vielmehr ihrer Zeitrichtung anhaften, in Betracht nimmt. Die Talmuderläuterung und die Schriftexegese der lezteu Jahrhunderte war im Allgemeinen mehr von schillerndem Witze als von lichtvoller Klarheit geleitet, sie erscheint uns selbst in den Werken hervorragender Koryphäen dieser Zeitperiode zumeist gesucht, kleinlich, geschmacklos und verworren; dennoch verdienen die damaligen Leistungen auf diesen Gebieten in ihrer Art und von dem Sfandpunkte ihrer Zeit aus gewürdigt zu werden Kann es schon bei dem von umfassendem Wissensreicktum u;1terstüzten Scharfsinne, der diese Productionen geschaffen hat, nicht fehlen, dass wir manchem erhellenden Lichtblick in ihnen begegnen oder mannigfache belehrende Anregung aus ihnen gewinnen, so werden wir noch mehr die fromme, ideal verklärte,