Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- VII. (1885)
- Date
- 1885-01-01
- Page
- – (sequence 150)
- Language
- German
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146 Brauch bestehe, so ist ihm eben der italienische Ritus nicht bekannt gewesen, denn Josef Kolon (Resp. No. 9) bezeugt ausdrücklich, dass nur in Frankreich und Deutschland die Lection des ersten Tboraabscknittes am Thora-Freudenfeste stattfinde, in Italien aber dieser erst am folgenden Sabbate einer späteren Einrichtung gemäsz in den Synagogen mit besonderer Feierlichkeit vorgetrageD werde (שאילתך על אשי הנהיגו הלועזים בכל מקומות מושבותיהם שבשבת בראשית אחד מן הקהל מתנדב כדי שיקרא ראשון בהתחלת התורה וגם נהגו שאם יש שם כהן שהוא קונה יעתה אירע שלא רצה הכהן לקנות ולא עייד אלא שלא רצה ללכת לבית הכנסת אחרת אשר שם לא היו נוהגין מנהג זה אין לך חבוב התורה גדול מזה וכן נהגו בכל קהלות הקדש בצרפת ואשכנז לעשות כיוצא בזה בשמחת תורה ואלו ואלו לשיש נתכוונו אלא שאלו עושין ביום שמסיימין התורה ואלו ביום שמתהילין התורה •)■ Die Bemerkung im Midr. Abchir sezt nicht blos voraus, dass ein derartiger Brauch nicht üblich war, sondern scheint geradezu darauf angelegt zu sein, die Einführung desselben als unberechtigt hinzustellen, denn währenddem die beiden Beispiele, die zum Beweise dafür, dass die Reihenfolge der Abschnitte für die wirkliche Ordnung derselben nicht maszgebend sei, angeführt werden, auch aus anderen Midraschim nachzuweisen sind h£Dm החדש הזה לכם ראש nach Tanchuma in Jalkut I, 187 und אמר* אויב ארדף ראש השירה nach Mecbilta Schirta c. 7, Ed. Friedm. 40 b), ist das erste (אלה תולדות השמים והארץ זח ראש התורה), welches eben zum Anknüpfungspunkte für jene Bemerkung dient, nur hier vorhanden. Es darf sonach vermutet werden, dass Italien, wo dieser Brauch auch bei späterer Einführung in anderer Form nicht zur allgemeinen Geltung gelangen konnte, auch die Heimat des Midrasch Abchir ist, in welchen gegen denselben in ziemlich bestimmter Andeutung Einspruch erhoben wird. Was sonst über Namen, Inhalt und Verbreitung des Midrasch Abchir bekannt geworden ist, findet man in der blos durch die Mitteilungen in Jahrb. 5 S. 98 zu ergänzenden Einleitung des Herausgebers. Derselbe hat auch die einzelnen Stücke mit manchen nüzlichen Nachweisen versehen, denen wir nur Folgendes hinzuzufügen haben. In No. 3 (Jalk. No. 44) sind die Belegstellen Ez. 9, 11 und Lev. 16, 4 in umgekehrter Ordnung anzuführen, da nur aus lezterer Stelle gefolgert werden kann, dass לבש bier wie in Gen. 3, 22 auf die Bekleidung mit priesterlicken Gewändern hinweist. Auch das Nachfolgende scklieszt sich dann besser an. Man lese also:'מלמד וב' בגדי כהונה כעניין שג' בחינת וגו' וכתיב והנד. האיש וג• — In No. 4 (Jalkut 42) finden wir eine legendarische Angabe, nach welcher Methusalem mit jeder Rede seines Mundes 230 Fabeln zum Lobe Gottes gedichtet habe. Ein solcher haggadisclier Mythus musz in dem Schrift- Worte oder in der allgemeinen Sagenkunde irgendwie begründet sein, was offenbar hier nicht der Fall ist. Es darf daher mit Recht vermutet werden, dass sie ursprünglich nicht auf Methusalem, sondern auf Mahalalel, das wörtlich Gottlob bedeutet, sich bezogen hat. Der Zalenwert der Buchstaben