Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- VII. (1885)
- Date
- 1885-01-01
- Page
- – (sequence 149)
- Language
- German
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145 25. □לקוטים ממדרש אבכיר הנמצאים מפוזרים במקומות שוני בילקיט נאספו יחד עם קצת הערות ממני שלמה באב/גר (Die Fragmente des Midrasch Abchir, aus dem Jalkut gesammelt und mit Anraerkungen versehen von S. Buber). Wien 1883, 8. 7 und 24 S. Diese sorgfältige und von kritischem Blicke geleitete Zusammenstellung der von dem Midrasch Abchir im Jalkut noch zurückgebliebenen Ueberreste kann einigermaszen als ein Ersaz für das verlorene Werk selbst angesehen werden. Der Inhalt derselben läszt sich, nachdem sie in wolgeordneter Aufeinanderfolge uns näher gebracht sind, auch leichter überschauen und besser in Betracht nemen. Den vorliegenden Fragmenten nach zu schlieszen, bildete dieser Midrasch nicht eine Compilation von älteren Autoren herstammender Deutungen, die an das Schriftwort angereiht wurden, sondern das Werk eines Mannes, der dasselbe mit seinen allerdings zum groszen Teile auch auf älteren Traditionen basirenden und an diese anknüpfenden eigenen haggadischen Erläuterungen illustrirte. Es sind recht sinnige und in ihrer Art anmutende, legendarisch ausgeschmückte und durch passende Gleichnisse belebte Betrachtungen, die hier in der Form freier Auslegung mit demselben verbunden werden. Ueber Vaterland und Abfassungszeit des Werkes ist nichts Bestimmtes zu ermitteln. Aus einer Bemerkung in No. 1 läszt sich vielleicht schlieszen, dasz es in Italien verfaszt wurde Es wird nämlich daselbst die Ansicht ausgesproeben, dass das zweite Kapitel in Genesis als der eigentliche Anfang der Thora anzusehen und das erste Kapitel ihm nur vorangestellt worden sei, damit der Ahronide, dem bei der öffentlichen Thoralection in der Pericope, der dieses an gehört, stets die Vorlesung desselben als Ehreufunction zufällt, sich nicht rühme, dass der Anfangsabschnitt der Thora nur für ihn bestimmt sei. Nun wird nach altem Brauche, dem bereits R. Acha v. Schabacha Rechnung trägt (s. Jahrb. 4, 85, A.), am Thora-Freudenfeste die pentateuchische Vorlesung, die an demselben beschlossen wird, ‘sogleich auch von Neuem begonnen und jenes Kapitel, das nach Midr. Abchir nicht den eigentlichen Anfang der Thora bildet, demonstrativ als solcher proclamirt. Dem Verf. desselben musz also von diesem Brauche nichts bekannt gewesen sein. Im römischen Ritus wird er auch in der* That nicht beobachtet und werden der Schluszlection blos die ersten fünf Verse der Genesis auswendig von der Gemeinde hinzugefügt (Zunz die Ritus S. 87). Es sollte also aus der Vorlesung dieses Abschnittes keine Ehrenfunction gemacht und demselben kein Vorzug vor den folgenden Paraschen eingeräumt werden. Die Sitte, an genanntem Feste auch den ersten Thoraabschnitt vorzulesen, scheint überhaupt nicht allgemein verbreitet gewesen zu sein. Amram (Siddur 01b), Isak Ibn Gijat (117 י1 הלבזח), Maimonides. Abraham b. Isak (Eschkol II, 65) und Isak b. Abbamare (Ittur II, 42) wissen nichts von ihr; sie war nur in deutschen und französischen Riten heimisch und wenn Abraham Ibn Jarchi (Hamanhig p. 71 No. 58) berichtet, dass in ganz Israel dieser 10