Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- VII. (1885)
- Date
- 1885-01-01
- Page
- – (sequence 146)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2418846-2418857--1285-2420177- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
i42 Die Mischung besteht nämlich darin, dasz die Zusäze zu c. 1 der Mischna in c. 1 u 3 der Tosefta sich vorfinden und das zwischen beiden letzteren liegende c. 2 zu c. 2 der Mischna gehört Man muss also in der Tosefta c. 1 u. 3 züsammenrücken und die ganze Gruppe von Halacha’s, die das. als c. 2 erscheint, dorthin versezen, wo sie der Ordnung der Mischna nach an ihrem Plaze is. Für den Verfasser ist das so zweifellos, dass er in seinem Toseftatexte (Anh. 14 a) in der That so verfährt. Bei näherem Einblicke in die Mischna ist es aber leicht zu erkennen, dasz 1, 6—10 erst durch einen anderen jüngeren Diaskeuasten, als welchen wir R. Jehuda selbst betrachten können, hiekerversezt wurde, währendem sie nach der älteren Ordnung, wie sie etwa in der Mischna R. Meir’s vorhanden war, mit 2, 5 in Zusammenhang stand, wo ebenfalls von Räumen, in welchen man tragen darf, die Rede ist. In unserer Mischna bildete der Name בבא p ר' יהודה den Anknüpfungspunkt, früher befanden sich zwischen 4 u. 5 die Vor- Schriften über ־שיירא Dass nun auch in dem Toseftatexte allerlei Versezungen vorgekommen sind wollen wir damit durchaus nicht bestreiten, können aber ebensowenig in der Ordnung unserer Mischna das alleinige Correctiv, mittelst dessen dieselben zu beseitigen wären, erkennen, da gerade die Gruppirung des Lehrstoffes in der Tosefta uns ganz wichtige Winke für die Erkenntniss der ursprünglichen Reihenfolge der Halacha’s in der Mischna darbietet. Irreführend ist an vielen Stellen der Tosefia die Abgrenzung der einzelnen Lehrstücke (Alineas), bei welchen Zusammengehörendes auseinander gerissen und disparate Säze mit einander verbunden werden. So ist Al. 2a מבוי שיש לו אין צהיד למעט °hne Zweifel der Schluss von Al. 1, indem hier M. I, 1 in anderer Fassung vorgetrageu wird. Die Frage, ״was diese mischnaitische Norm in der Tosefta bedeute“, bedarf daher nicht der künstlichen Lösung, die S. 9 für dieselbe versucht wird. — Für das Verständniss der Tosefta’s 3, 1—7 ist es wiederum erforderlich, die frühere Reihenfolge der Lehrsäze in M. I 8—11 in’s Auge zu fassen In der Mischna werden die Fälle שיירא והקיפוה בכלי בהמה und □מסיפין בקנ י getrennt behandelt, während nach der Tosefta für lezteren Fall dieselbe Bestimmung gilt, die bei *dem ersten ihre Anwendung findet. Die Einschränkung ובלבד שיהא גדה גבוה (M. 8; ist insofern hier nicht gut angebracht, als sie eigentlich auch bei den nachfolgenden Arten der Umzäunung (M. 9, 10) beobachtet werden muss. Wahrscheinlich ist dadurch, dasz der Kürze halber hier der allgemeine Ausdruck כלי בהמה gebraucht wurde, ־währenddem in der älteren Mischna specielle Bezeichnungen des Viehes und der für dasselbe erforderlichen Geräthschaften vorhanden waren, die Anführung der auf diesen Fall bezüglichen besonderen Bestimmung (. . . . ובלבה שלא יהא בין גמל) unmöglich geworden und wurde dafür die allgemeine Vorschrift ובלבד שיהא גך־ך hier eingeschaltet. Dies bedingte die Versezung des Passus מקיפין בקנים und zwar erhielt er als ausgeschiedenes Stück die lezte Stelle in der Reihe der hier angeführten gleichartigen Fälle. Jene Vorschrift bildete den Schlusz des Halachacomplexes