Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- VII. (1885)
- Date
- 1885-01-01
- Page
- – (sequence 143)
- Language
- German
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139 halten wurde, nur aus Kornbrod und Erbsen bestand, sind andere Stellen, nach welchen dasselbe keineswegs so frugal gewesen sein kann, nicht in Betracht genommen worden. Nach Soferim 19, 9 wurde es mit einem Segens- Spruche über Wein eröffnet (vgl. auch Jahrb. 4, S. 85). Wäre das Mahl so einfach gewesen, würde auch eine Teilnahme an demselben während der Trauerzeit nicht bedenklich erschienen sein (vgl. Semachot c. 9 nach der berichtigten LA. in Jahrb. 1 S. 42 A. 90). Uebrigens hat Rap. (1. c. 11 a) gezeigt, dass jene Baraita die Praxis einer Zeit darstellt, in der eine derartige Function aus Furcht vor den römischen Aufpassern im Geheimen vorgenommen werden muszte. Allmälig scheinen gemeinsame Festmahlzeiten überhaupt in Synagogen und Lehrhäusern an jedem Neumondstage üblich geworden zu sein (j. Pesach. I, i) 1). — Was Abba mit der an Samuel gerichteten Frage <R. hasch. 20b), נולד קודם חצות או אחר gemeint habe, will der Verfasser (S. 57, 58) nicht weiter untersuchen. Dieselbe ist absichtlich unklar gehalten. Samuel hat zwar den Sinn dieser Worte ganz wol verstanden, insoferne dieselben nämlich besagen, dass es einen Unterschied ausmacke, ob die Conjunction vor oder nach Mittag eingetreten sei; was das aber mit der Bestimmung des Monatsanfangs zu tbun habe, war ihm unerfindlich. Durch R. Sera erfahren wir dann, dasz der 30, Tag erst dann zum Monatsanfang bestimmt wurde, wenn das Neumondslicht noch vor Sonnenuntergang des 29. Tages gesehen worden war oder die Möglichkeit dessen vorausgesezt werden durfte. Um hiefiir eine sichere Directive zu haben, berechnete man die Conjunctionszeit und nahm ein Gesez an, nach welchem erst dreiszig Stunden nach Ablauf derselben die Mondsichel mit freiem Auge gesehen werden kann. Fällt sie also noch vor Mittag des 28. Tages im lezten Monat, — das dürfte wol חצוח hier bedeuten — dann ist mit Sicherheit anzunemen, dass der Neumond am Abend des 29. Tages sichtbar wird, sonst ward dies als eine Unmöglichkeit angesehen2). Diese l) שכן סבניסין ש□ בשבתות ובר״ח• Für בשבתות hat Nissim die LA. בעבריות (ResP* Gaon. Ed. Lyck No. 105). Nach Meiri zu Synh. (in 102 חסר א וחיי a) musz באבראוה שבר״ח gelesen werden und zwar bedeute dies: während der Intercalartage oder bei den Mahlzeiten der Neumonde. Die erste Worterklärung ist die richtige (auch j. Berach. 6, 1 hat אברייהא W°1 dieselbe Bedeutung). Sonst ist an der tradirten LA. nichts zu ändern, da nach Sof. 1 c. das Festmahl an jedem Neumondstage stattfand. -) In j. R. hasch. II, 6 wird bemerkt, dass man an dem Tage, an welchem die Conjunction stattfindet, weder das alte noch das neue Mondlicht sehen könne. Das versteht sich von selbst und wird blos zur Erklärung des dort erwähnten Factums vorgetragen, ohne dass man eine solche für die Be- Stimmung des Monatsanfangs nötig hatte, wol aber war von der Entscheidung darüber, ob ein Sichtbarwerden des Mondes am Abend des darauffolgenden Tages mit Bestimmtheit angenommen werden dürfe, für den Fall, dass