Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- VII. (1885)
- Date
- 1885-01-01
- Page
- – (sequence 142)
- Language
- German
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138 unsere Kenntniss dieses Gegenstandes durch die eingehende Belehrung über die einzelnen hier in Betracht zu neinenden Modalitäten, die vorliegende Schrift in ebenso klarer als conciser Weise uns darbietet, in mannigfacher Weise berichtigt und erweitert. Der Verfasser liefert nicht etwa, wie der Titel vermuten liesze, eine übersichtliche Sammlung von erschöpfenden Quellenauszügen, aus denen der Leser sich erst seinen Text zusammenzusezen hätte, sondern eine gutgeorduete planmäszige Darstellung jener Einrichtungen, in welcher der zerstreute Stoff sich zu einem znsammenhängenden Systeme aufbaut und bei der Betrachtung des Ganzen auch die Einzelheiten in voller Anschaulichkeit hervortreten. Tieferliegende Ergebnisse sind nun allerdings auch bei der genauen Sorgfalt, mit der die Untersuchung geführt wurde, nicht zu Tage getreten, aber es ist doch das vorhandene Material einmal wiederum mit kundiger Hand gesichtet und über dasselbe ein sicherer Ueberblick gewonnen, Manches, das nicht genügend beachtet wurde, schärfer hervorgehoben und Anderes, besonders manche einschlägige talmudische Discussion, in der man sieb nur mit Mühe zurechtfindet, verständlicher gemacht worden. Es sei hier besonders auf die Excurse und auf die höchst wertvolle, mit groszem Fleisze ausgeführte Zusammenstellung talmudischer Angaben, die zu der Kalender Ordnung im Widerspruche stehen (S. 49—52) verwiesen. Gemäsz der Aufgabe, die sich der Verfasser gestellt hat, verhält er sich den Quellen gegenüber mehr referirend als kritisch. Betreffs der in R. hasch. 1, 6 gemachten Mitteilung, nach welcher R. Akiba wegen der Zurückhaltung von mehr als vierzig Zeugenpaaren in Lydda von R, Gamaliel verwarnt wurde, wäre z. B. darüber zu entscheiden gewesen, ob diese oder die in den Gemaren mitgeteilte Relation die richtigere sei. Wenn man den Umstand in Rechnung zieht, dass R. Jehuda auch sonst Berichte, in welchen davon erzält wurde, dasz angesehenen Autoritäten eine geringschätzige Behandlung wiederfuhr, auf andere Persönlichkeiten, deren Namen er im Dunkeln liesz, übertrug (vgl. Edujot 5, 6 und Rappaport 13 ראש דברי שי׳־׳ך b), wird man kaum mehr daran zweifeln, dass nur die Mischna den wahren Thatbestand enthält. In dem Namen Elieser b. Chauoch ist, wie bereits nachgewiesen wurde (Bet-Talmud II 3, 27 A.); der zweite Bestandteil nicht correct; ebenso scheint der hier genannte שזפר ראשה של נרך derselbe zu sein, der in Tos. Terumot II, 14 שגביון ראשה של אכזיב genannt wird. Ist das Referat der Mischna im Ganzen correct, dann verliert auch die weitere Vermutung Rappaports (1. c), dass R. Akiba selbst die Einsezung des neuen Monats vornemen wollte und deshalb von R. Gamaliel mit dem Banne bedroht wurde, ihre eigentliche Stütze, da die Verwarnung: ״Wenn du die Leute aufhältst, veranlassest du, dass sie auch in Zukunft nicht kommen,“ keinen auf jene Absicht hinzielenden Vorwurf enthält. R. Akiba, der das Sabbatgebot sehr strenge nahm, hatte sicherlich nur eine zwecklose Uebertretung derselben verhindern wollen. — Auch S. 29, wo der Verfasser nach Synh. 70 b berichtet, dass das Festmal, das am Ende eines als vollzählig erklärten Monats abge-