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Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur · 1885-01-01 · VII. (1885) · page 130

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Journal
Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
Volume
VII. (1885)
Date
1885-01-01
Page
– (sequence 130)
Language
German
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126 gewesen sein muszten, was sich als eine chronologische Unmöglichkeit erweist, kann überhaupt nicht geltend gemacht werden. Die drei Würden, in welche R. Juda seine beiden Söhne und Ckanina einsezte (Ket. 103b שמעין בני חכם גמליאל בני נשיא חנינא בר חמא ישב בראש) bestanden auch schon früher gleichzeitig nebeneinander (s. Hör. 13b רבן שמעון בן גמליאל נשיא ר' מאיר חכם ר' נתן אביר)• i£s ist also durch R. Juda blos die alte Ordnung wiederhergestellt worden *), wozu er sich um so mehr veranlaszt fühlen mochte, als der ältere Sohn, Gamaliel, der natürliche Erbe der Patriarchenwürde, zur Ausübung einer hervorragenden Lehrthätigkeit nicht geeignet war. R. Chija zum Vorsizenden des Richtercollegiums zu ernennen, erschien unthunlich, weil man bereits mit dem Babylonier R. Natan nicht die besten Erfahrungen gemacht hatte, und so fiel diese Würde, da R. Chanina zunächst dem greisen R. Ephes den Vorrang lassen wollte, diesem zu. Offene Opposition gegen diese Ernennung machte nur Levi b. Sisi, der sich von dem unter der Leitung des R. Ephes stehenden Collegium ferne hielt (s. Berach. 18 b) und später nach Babylonien auswanderte. — S. 60 hebt der Verfasser hervor, dass das Gebet R. Josua b. Levi’s für sehr wirksam gehalten wurde (s. S. 60). Es werden von demselben auch viele Aussprüche über das Beten überliefert (s. Berachot 8 a, 25 b, 28 a, b, 32b; Bab bat. 25 a u. a. St.). Damit hängt es wol auch zusammen, dass er sich die Interpretation der Psalmen vortragen liesz (Berachot 10 a). Er selbst fügte dem üblichen Abendgebete einen Psalm hinzu (s. j. Berach. 1,1b Scheb. 15 b) und wies in einer haggadischen Auslegung darauf hin, dass Jakob seine Andacht in Psalmen zum Ausdruck gebracht habe (s. Gen. r. c. 68). — In R. Jochanan’s Interpretation der tradirten Halacha (s. s. S. 70 ff.) macht sich auch die Tendenz, allgemein hingestcllte halachische Lehrsäze auf bestimmte Autoren oder auf die Zeit ihrer Entstehung zurückzuführen, um zu zeigen, dass sie allein nicht maszgebend sein können, an zalreichen Stellen bemerkbar. Ein Beispiel führt der Verfasser S. 71 A. 4 an, ohne die Wahrnemung dieser speciellen Eigentümlichkeit darauf zu stützen. Von derartigen Stellen seien hier erwähnt: Nid. 25b: מעדותו של ר' נחוניא נשנית משנה; Bab. kam. 94b, bab. m. 33a בימי רבי נשנית משנה ןן; Meg. 2a זו דברי ר״ע סתימתאה;ib26 ׳a זו דברי ר' מנחם בר' יוסי סתימתאה (vgi. j. Meg. 3,1); j. joma 8,7 זו דברי ר' רעז-ר בן עזריה וחכ״א * -; j• Synk. 10,1 ....זו ר״ע ור״י ור׳ יוסי; Erub. 86b ר״י בשטת ר‘ יוסי אמרה; Meg. 27b ר״מ בשטת ר״י אמרה; j. Joma 2, 2 תמיד ר״ש איש המצפה הוא (vgl. b. J. 14 b). Ein besonderes Augenmerk richtete er darauf, in den im Namen verschiedener Lehrer überlieferten Aussprüchen eine und dieselbe Ansicht zu erkennen oder auch zu zeigen, dass die Meinunungsdifferenzen nur auf die verschiedenfache Auslegung einer und derselben Schriftstelle zurückzuführen seien. Für ersteres sind viele Belege vorhanden, wie z. B. j. Kilajim 6, 1 ר' יוסי ודי ישמעאל ג) Die ohnehin gezwungene Interpretation □אע״פ ששמעון בני חב גמליאל בני נשיא (Ket. 1. c.) ist demnach überflüssig.

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