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Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur · 1885-01-01 · VII. (1885) · page 117

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Journal
Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
Volume
VII. (1885)
Date
1885-01-01
Page
– (sequence 117)
Language
German
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113 bemerkt, dass in der Controverse darüber, ob Jochanan und Jannai als identische Personen anzusehen seien (Berach. 29 a), auf die Relation in Kidd. 66 a stillschweigend Bezug genommen sei. Doch ist nach Joma 10 a, wo der Saz יוחנן כה״ג שמש בכהונה גדולה שמנים שנה nicht anders als in dem Sinne, dass Jochanan 80 Jahre das Hohepriesteramt versehen habe, verstanden werden kann, kaum anzunemen, dass derselbe von den Amoräern Abaji und Raba anders aufgefasst wurde. Fraglich war nur, ob mit der Angabe dass ״Jochanan am Ende seiner Tage ein Sadducäer geworden“, der ausführliche Bericht in Kid. 1. c. summarisch zusammengefaszt wird, oder ob dieselbe auf ein anderes Factum hinweist, von welchem im Talmud keine eingehendere Mitteilung gemacht wird Unter ersterer von Abaji angenommener Voraussezung müszten Jannai und Jochanan für ein und dieselbe Person gehalten werden, auf welche auch die Meinung, dasz nur, wer von Anfang nicht fromm gewesen, einmal wieder abtrünnig werden könne, wol zutraf, währenddem die Differenzirung derselben, die Raba aufrechterhielt, auf die Verschiedenheit der Namen sich stüzt. Dass bei dieser Meinungsdifferenz auch chronologische Bedenken in Anschlag kamen, ist kaum anzunemen, wol aber ist es sehr wahrscheinlich, dass, wie nach des Verf, Vermutung die Zahl 80 für Johann Hyrcan, auch die Zahl 40 für Simon d. Gerechten ursprünglich in runder Summe das Jahr der Makkabäeraera darstellte, bis zu welchem die Regierungszeit des genannten Priesterfürsten dauerte. Simon st. 135 a. 33 der makk. Aera; Hyrcan wurden auch die Jahre der Regierung seines Sohnes Alexander Jannai beigelegt und da lezterer a. 79 (89 der makk. Aera) aus dem Leben schied, tradirt, dass Hyrcan bis zum 80. Jahre als Hoherpriester fungirt habe.ף — S. 91 ff. sucht es der Verf. wahrscheinlich zu machen, dasz ברכת הזמון der Boraita (Berach. 48b) als eine besondere Benediction aufzufassen sei, deren Pflichtmäszigkeit von einigen Gesezeslehrern aus dem Bibelworte nachgewiesen wurde, und dass eine Spur derselben noch in dem Schlüsse ועל המזון der zweiten Benediction des Tischgebetes übrig geblieben sei. Bei der weiteren Behandlung dieses Themas sei das nun verkannt worden und dadurch eine ganze Reihe von MiszVerständnissen entstanden. Der Verfasser würde sicherlich anders geurteilt haben, wenn er die verschiedenen Fassungen der erwähnten Boraita verglichen hätte. Wie aus Tosefta Ber. c. 7 und j. Bei*. 7, 1 zu ersehen ist, kann im ersten Teile derselben nur die la. ואכלת וגו׳ זו ברבת תזמון אח ה' אלהיך זו ברכה הןן die richtige sein. Der Autor dieser Auslegung wollte den in Mechilta Bo (Ed. Friedm. p. 19) unerwähnt gelassenen den eigentlichen Benedictionen des Tischgebetes bei gemeinsamer Abhaltung desselben vorangehenden Segensspruch in dem Bibelworte angedeutet sehen. Dieselbe berichtigende *) In Sed. 01. sut. wird mit Ignorirung der talmudischen Angabe Hyrcan eine Regierungsdauer von 37 Jahren zugeschrieben; Abr. b. David (S. Kab. Ed. Amst. 34 a und דברי מלבות בית ש^ו und 79 a) nimmt dieselbe wörtlich auf und verwandelt die Zahl 80 in 40. 8

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