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Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur · 1885-01-01 · VII. (1885) · page 109

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Journal
Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
Volume
VII. (1885)
Date
1885-01-01
Page
– (sequence 109)
Language
German
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105 sei hier blos bemerkt, dass wir eine Verschiedenheit der Meinungen, die hinsichtlich dessen zwischen Schema und Maimonides vorhanden sein soll, in den Aeuszerungen derselben nicht zu erkennen vermögen Es ist klar, sagt Scherira, dass die Säze der Tosefta zur Mischna hinzugefügt und im Anschlüsse an dieselbe tradirt wurden . . . Rabbi hat die Grundzüge festgestellt . . worauf dann R. Chija die Specialitäten und Anwendungsfälle derselben dargelegt hat (ep. Ed. Mainz p. 14, 15 ומילי דתוספתא בדידין דבחי־ דמתניתן אינון ועליהון תנין * * רבי עיקרי רברים תק . ואחא ר' חייא פשט בבריתא פראטי ואגפי להנהי עיקרין ■ Das ist mit anderen Worten: die Tosefta ist ein ausführender, ergänzender Commentar zur Mischna und anderes sagt auch Maimonides nicht, (1ור' חייא קיי־ התוספתא לבאר ענייני המשנה — Den Abschnitt über die Amoräer (S. 68—99) leitet der Verfasser mit der Behauptung ein, dass R. Lewi mit seiner Deutung der Stelle Koh. 6, 2 (j. Hör. Ende) auf die Unmöglichkeit, den halachischen Lehrstoff im Gedächtnisse zu bewältigen, angespielt habe. R. Lewi spricht aber auch von den Haggadisten und von diesen meint er eben, dass sie von ihrer Kenntniss der Traditionen keinen Genusz haben, da aus ihrem Studium keine praktische Entscheidung hervorgehe Den Nuzen von allen diesen Kenntnissen, meint er, habe nur der studirende Gesezesforscher — ־־־ בעל תלמוד dem daher der Vorzug gebühre (נכרי WUfde mit הכיר ,נדד compinirt, also: der Erkennende) Auch dass Sota 22a für □מבלי עול ursprünglich.das Unwort תונים gestanden habe, leuchtet nicht ein. Ersterer Ausdruck ist der Mischna (ib. 22 a) entlehnt und da der ״listige Frevler“ nach Ulla den, der sich Bibel- und Mischnakenntniss erworben, aber die Schulung in Gelehrtenkreisen verschmäht hat, bezeichnet, so wird das geflügelte Wort: התנאי□ מבלי העולם mit Recht an diese angelelmt. — Nach den Darlegungen des Verfassers wird man an der That- Sache, dass das Studium der Halacha zur Zeit der Amoräer mnemonisch betrieben wurde, kaum mehr zweifeln können, doch ist es ganz unwahrscheinlich, dass die Memorialworte nur dem Gedächtniss eingeprägt wurden. Gerade diese durften, ohne dass dagegen das Schreibverbot geltend gemacht werden konnte, aufgezeichnet werden. Es hätte auch, da ohnehin der ganze Lehrstoff im Gedächtnisse aufbewahrt wurde, keinen Zweck gehabt, solche zu schaffen, wenn sie nicht eben in schriftlicher Gestalt demselben zu Hilfe kommen sollten. Die Gegenbeweise des Verfassers sind irrelevant, die Erklärung von ״) הד□ טבgute Myrthe“) ist, nebenbei gesagt, auch unrichtig. Der Verfasser nimmt S. 94 selbst an, dass Zusammenstellungen einzelner Worte als mnemonische Zeichen für die Agada niedergeschrieben wurden. Warum sollte man sich dieses erlaubten Mittels nicht für die Halacha bedient haben? Uebrigens ist Chul. 60b באגרחיך zu lesen (vgl. Jahrb. 5, S. 130). — Im lezten Abschnitte (S. 100 ff) schlieszt der Verfasser aus der eigenartigen mehr Hörer als Leser voraussezenden Darstellung des *) Seine Quelle ist R. Nissim Mafteach 3a: התוספתא יש בה תיספח ביאור ופתרון•

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