Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- VII. (1885)
- Date
- 1885-01-01
- Page
- – (sequence 104)
- Language
- German
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100 ausgestattet und in mancher Hinsicht auch neue Gesichtspunkte eröffnend bilden sie eine beachtenswerte Ergänzung zu den einschlägigen Studien Frankel’s, Weiss’ u. a Einer Erörterung verschiedener terminologischer Ausdrücke, die zur Bezeichnung der Methoden und Ergebnisse der Halachaforschung dienten (8. 1—9) folgt eine Erklärung des zum Titel des officiellen Halachacodex gewordenen Wortes למשנה worauf die Thätigkeit R. Akiba’s und seiner Schüler hinschtlich der Sammlung von Mischna’s (S. 9—36), die Mischna R. Meir’s (36, 40) und endlich das Werk des Patriarchen R. Juda (40—45) besprochen werden. In zwei Kapiteln entwickelt der Verfasser seine Ansicht über den Ursprung der Baraitas (S. 45—50) und den Zweck der Agadasammlungen (50—52). Im Ganzen liegt uns also hier eine recht eingehende zusammenhängende Studie über diese Gegenstände vor, in der manche sonst weniger beachtete Momente schärfer betont, nachdrücklicher hervorgehoben und besser ins Licht gesezt werden, als es bisher der Fall gewesen ist. Besonders hat die Anuame, dasz die Mischna erst nach der Einsezung R. Eleasar b. Asarja’s zum Patriarchen den Charakter einer Sammlung der verschiedenen Lehrmeinungen, in welcher auch die von einzelnen Gesezeslehrern ausgesprochenen Ansichten angeführt wurden (S. 13), Vieles für sich. Dasz das Wort משנה ursprünglich blos im Allgemeinen: mündliche Mitteilung, Erzälung bedeutet (S. II), ist indes sehr zu bezweifeln. Allerdings wird aram מ* חנא diesem Sinne gebraucht, doch wurde in erster Reihe der Begriff des Wiederholens, Weitererzälens durch dieses Wort ausgedrückt. Für das entsprechende hehr שנה hat die Grundbedeutung: zum zweiten Male sagen sich im Sprachgebrauche erhalten, vgl. כחוב בתורה ושנוי בנביאיו (Meg. 31a) קראו ושנו ושלשו (Bab. Kam. 38 a; הוי י מפטם ברברי תורה ושונה ומשלש ומרבןן (Sifre 11. 306b). Die Mitteilung der Halacha’s geschah, ehe diese zu einem selbständigen Gebiete der Traditionswissenschaft geworden waren, im Anscklusz an das Schriftwort und zwar in der Art, dasz, nachdem zuerst ein pentateuchischer Abschnitt einfach gelesen worden, derselbe dann noch einmal mit erläuternden Bemerkungen vorgetragen wurde. Diese hieszen daher משנה (Deuterosis). Nur aus diesem einstmaligen Gebrauche dieses Wortes erklärt es sich, dasz da, wo es auf eine genaue Fixirung seines Begriffes ankam, manche darunter zunächst den Midrasch verstanden wissen wollten (Kid. 49 a). — S. 17 A. ist dem Verfasser, der, um die Bemerkung...כל ימיו של ר״א היו העם נוהגין כר״י (Koh. rab. 12,11) mit Num. rab. c. 14 in Uebereinstimmung zu bringen, dieselbe auf R. Elasar (Resp. R. Jochanan) und R. Jehuda b. Lewi beziehen will, die Quelle (Tos. Nidda I., 5, vgl b. Nid. 7, b. j. Nid. 1, 3) entgangen, auf welche bereits Lurja z. St. hinweist. — Die Angabe, dasz R. Akiba der erste war, der die Halacha’s nach ihrem Inhalte geordnet, oder mit anderen Worten, die Mischna in Tractate eingeteilt hat, hätte einer besseren Begründung bedurft, um als ״zweifellos“ zu gelten. Aehuliche Gruppirungen derselben, wie sie unsere Mischna aufweist, sind jedenfalls schon in der Schule R. Jochanan b. Sakkai’s bekannt gewesen (vgl. M. Cliag. 1, 10 und Jahrb. 4. S. 168). — Die Schlüsse,