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Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur · 1885-01-01 · VII. (1885) · page 103

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Journal
Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
Volume
VII. (1885)
Date
1885-01-01
Page
– (sequence 103)
Language
German
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99 denn in der That auch Bestandteile älterer Sammlungen, von denen manche, wie der Verfasser (8. 15—26) bemerkt, in unveränderter Gestalt sich erhalten haben1). Der Verfasser untersucht von diesem Standpunkte aus auch die Com- Position des Tractates Abot (S. 26—37), betreffs welcher wir auf unsere ן obigen Darlegungen verweisen Auch die beiden Kapitel: die ״erste Mischna“ und die Controversen späterer Tanaim (S. 37—44) und: die Controversen in der ersten Mischna (S. 44—54) bieten im Ganzen nur die weitere Ausfiihrung des Nachweises älterer Elemente in diesem halachischen Codex j durch Beibringung specieller Beispiele. Es möge nur betreffs der vom Verfasser gemachten Wahrnemung, dasz auch spätere Tanaiten in ihren Controversen zuweilen nur verschiedene Versionen älterer Tradition vortragen, im Allgemeinen noch bemerkt werden, dasz die Streitfragen, die in denselben besprochen werden, zumeist älteren Ursprungs sind und von den i späteren Tanaiten verschiedene Meinungen weit weniger aufgestellt als vielmehr vertreten worden sind. Recht ansprechend ist die Vermutung S. 40, dasz die schwankende Lautung eines Wortes der alten Halacha (pjnn I oder הוראה) eine Meinungsverschiedenheit hervorgerufen habe. Im Ganzen ist durch die Untersuchung des Verfassers nur von Neuem festgestellt worden, dasz unsere Mischna noch beträchtliche Ueberreste älterer Tradition enthält, J wodurch aber an der Thatsache, dass dieselbe im Ganzen ein literarisches 1 Product, wenn nicht des ״dritten“ (S. 13), was unseres Wissens von Niemandem behauptet wurde, so doch des zweiten Jahrhunderts ist, nichts geändert wird. 9. הולדות המשנה• Zur Geschichte der Mischna von Rabbiner Dr. Joach. Oppenheim (Separat-Abdruck aus der Monatsschrift ״Beth- Talmud“ II. Jahrgang) 8. 4 und 52 S. Es sind durchweg selbständige und quellenmäszige Untersuchungen über den Ursprung, die Fortentwicklung und den lezten Abschluss der Mischna. die in vorliegender Schrift uns dargeboten werden. Mit vielen Belegstellen l) Wenn der Verfasser S. 22 A. die durch Sifre und Tosifta bezeugte Thatsache, dass auch zur Zeit Hillels einmal die Bereitung der Sähnasche stattgefunden hat, einfach als der Berücksichtigung unwert erklärt, so wollen wir ihm diese Meinung gerne lassen, sehen aber auch nicht ein, warum es nicht möglich sein soll, dass der geläufigere Namen ר' ישמעאל בן פאבי den Namen des sonst unbekannten '0 'n £/יהוש verdrängt habe. Ungenauigkeiten in historischen Referaten sind doch in dem talmudischen Schrifttum nichts Seltenes. Auch ist es keineswegs so ausgemacht, dass Sifre sutta eine ״junge Quelle“ ist, es könnte aber auch in diesem Falle doch manche alte Ueberlieferung in ihrer ursprünglichen Form in dieses Werk übergegangen sein, die in anderen Quellen bereits manche Verdunklung erlitten hat. 7*

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