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Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur · 1885-01-01 · VII. (1885) · page 88

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Journal
Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
Volume
VII. (1885)
Date
1885-01-01
Page
– (sequence 88)
Language
German
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84 steht, zulässig ist. Die weitere Vorschrift: ולא היו אומרי□ בנבל ובכנור אלא בפה כדי ליתו תבל בנעימה gilt v°n den Leviten selbst, die, auf der Estrade stehend, die Psalmen sangen. Dieser Saz musz jedoch erst richtig gestellt werden, da er offenbar lückenhaft ist, indem die Begründung בדי ליחן תבל בנעימה uur au* die Begleitung des Gesanges mit Instrumentalmusik paszt. Ursprünglich waren hier zwei Vorschriften mit gleichem Vordersaze vorhanden. לא היו אומי״ ים בנבל ובכנור אלא בפח und לא היו אומרים בנבל ובבנו״ אלא בדי ייתן תבל בנעימה• Die Leviten, die den officiellen Dienst hatten, sollten die Psalmen nur singend, ohne Begleitung mit Nabla und Harfe, vortragen. Wenn nun eine solche doch hinzukam, so sollte sie nur dazu dienen, den melodischen Gesang zu ״würzen.“ Bei der redactionellen Kürzung wurde die Wiederholung des gleichen Vordersazes vermieden, wodurch die Beziehung des lezten Passus unklar wurde. Betreffs dieser ein freiwilliges Orchester bildenden Leviten, die in die Zahl des Zwölferchores nicht einbezogen werden und nicht auf der Estrade stehen durften, bemerkt nun li. Elieser b. Jakob, dasz sie □צוערי הלוי (oder wie nach der allerdings unrichtig überlieferten Variante zu lesen wäre: סועדי המים) d. h. Besuchende der Leviten (s. Geiger j. Ztschr. 5, 71) genannt wurden. Nach der Tosefta (Ar. II, 2) waren dieselben überhaupt keine Leviten, sondern Söhne angesehener Männer (oder vielmehr: Priester) in Jerusalem, auf die also dieser Name vollkommen paszt (vor בדי ליהן Tos. musz והיו אומרים בנבל וכנור hinzugefügt werden). Von einem Knabenchore ist überhaupt nichts erwähnt. 4. אגרות שד״ל♦ s. D. Luzzatto’s hebräische Briefe, gesammelt von seinem Sohne Dr. Isaias Luzatto. Herausgeber Eisig Gräber. Przemysl 1882. 5 Bände. 8. 748 S., (dazu 10 S. [hebr. Vorwort] und 22 S. [deutsche Inhaltsangabe] von D. Kaufmann, Urteile der Presse und Pränumeranten-Verzeichniss, 19 S.) Luzzatto ist einer jener seltenen Menschen, die man aus ihren Schriften kennen lernt. Er schreibt wie er denkt und für den Gedanken bietet 1111־ gesucht sich ihm das Wort dar, das denselben am klarsten und treffendsten zum Ausdruck bringt. Unbestechlich in seinem Urteil und seine Empfindung nicht verbergend, ist er gewohnt, seine Meinung gerade herauszusagen. Er geizt nicht mit dem Lobe, das er jeder dankenswerten Leistung neidlos entgegenbringt, wenn es seine Ueberzeugung ihm gebietet, hält aber auch mit dem heftigsten Tadel nicht zurück, ohne dabei lieblos und ungerecht zu werden. Die Geistesklarheit Luzzatto’s, die nicht erst in der Trübniss des Irrtums herumtappen muss, bis sie endlich den Weg zum Lichte findet, war ihm eine angeborene Gabe, die sich durch alle Gelehrsamkeit nicht ersezen lässt Nicht minder bewundernswert ist aber auch die Seele ohne Falsch, die unbestechliehe Geradheit seines Charakters, die er nur sich selbst zu verdanken hatte. Eine kindliche, urwüchsige, fast naiv zu nennende Unschuld, die sich auf Intriguen und Winkelzüge nicht versteht, ist in einem Wesen mit einer

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