Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- VII. (1885)
- Date
- 1885-01-01
- Page
- – (sequence 57)
- Language
- German
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53 werk des Justus war doch kein Tagebuch, an dessen Fortsezung er durch seinen Tod verhindert ward; es war eine in sich geschlossene Arbeit, eine Geschichte der jüdischen Könige und es ist daher in keiner Weise vorauszusezen, dass dieselbe über den Tod Agrippa’s hinausreichte, wie Grätz (a. a. 0.) annemen muss. Man weiss auch nicht, woher nach dessen Voraussezung Photius erfahren haben soll, wann Justus gestorben ist. Er kann die Kunde davon doch wol nicht der Schrift des Justus selbst entnommen haben? Es muss also auszer allem Zweifel gelassen werden, dass er wie über die verschiedenen Perioden der Regierung Agrippa’s, so auch über dessen Tod Angaben macht und zwar aus guten Quellen, nämlich aus dem Geschichtswerke des Justus. Wie ist aber dann die Zeitbestimmung hu tqItü) T^aiavov zu verstehen? Diesser Passus bedarf entschieden einer Correctur. Die Emendationen Havercamp’s und Jost’s, nach welchen Tqaiuvov aus rov arTov oder toP Thov hervorgegangen wäre, sind freilich unbrauchbar, nachdem durch Münzdaten festgestellt ist, dass Agrippa mindestens im Jahre 90 noch lebte, es muss aber eben desshalb angenommen werden, dass hier die Zeit, in der Agrippa starb, durch ein Regierungsjahr Domitian’s bezeichnet wurde. Für hat also sicherlich ^o^nüvov hier gestanden. Nun muss aber noch die Jahreszahl tüCtm berichtigt werden. Man darf wol annemen, dass, diese durch den Buchstaben y bezeichnet war und ein <׳ als Zahlzeichen für 10, das demselben vorangieng, von dem vorstehenden hu absorbirt wurde. Wir hätten somit als ursprüngliches Datum das 18. Jahr Domitians 94. Als Resultat unserer Untersuchungen stellt sich somit heraus, dass Agrippa im J. 94, demselben Jahre, in welchem Josephus die Archäologie veröffentlichte, gestorben ist, bald darauf Justus von Tiberias seine Geschichte der jüdischen Könige herausgab und in Folge dessen Josephus der Archäologie seine Autobiographie als Anhang folgen liess, seine Schrift gegen Apion aber erst später niedergeschrieben hat. XL Die ältesten Nachrichten über die Juden in Chaibar• In Medina und in dem angrenzenden Gebiete der Landschaft Chaibar waren zur Zeit Mohammeds zalreiche Juden ansässig, deren Vorfahren schon mehrere Jahrhunderte vorher daselbst eingewandert waren. Rappaport hat die ansprechende Vermutung ausgesprochen, dass es die Bene Rechab (Jer. c. 35) waren, die zur Zeit des babylon. Exils sich dort niedergelassen haben und dass nach ihnen dieses Gebiet Chaibar genannt wurde (Bikkure Häittim 1824 p. 51 ö., vgl. Grätz Gesch. 5, S. 83). Eine wichtige noch unbeachtet gebliebene talmudische Notiz belehrt uns, dass die jüdischen Bewohner Chaibars zu dem Stamme der Benu-Musa gehörten und bereits in der Bibel als solche bezeichnet werden. In Berachot 7 a wird nämlich