Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- VII. (1885)
- Date
- 1885-01-01
- Page
- – (sequence 56)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 85% known words query
- IRI
…/2418846-2418857--1195-2420087- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Schrift bildet, zu ihr hinzurechnet (Yita c. 76) und am Schluss derselben sie zu liefern verspricht Da nun die Archäologie im 13. Regierungsjahre Domitians, d. i. im J. 94, beendigt wurde (Archäol. epil.), so muss etwa in derselben Zeit auch die Abfassung der vita und noch vor derselben der Tod Agrippa’s erfolgt sein. Nun wird aber in dem Excerpte bei Photius bibl. cod. 33 in ganz deutlichen Worten angegeben, dass Agrippa erst im 3. Jahre Trajans (101) gestorben sei, so dass man zu der Anname gezwungen ist, dass Josephus seine Lebensbeschreibung, die einen Anhang zu den Antiquitäten bilden sollte, mindestens erst acht Jahre nach Veröffentlichung derselben niedergeschrieben hat, währenddem andrerseit es sehr in Zweifel steht, ob er zu dieser Zeit überhaupt noch am Leben gewesen ist. Grätz (Monatsschr. 1877 S. 338 ff.) glaubte diese Klippe mit einem Schlage aus dem Wege räumen zu können, indem er auf die Autorität Müller’s hin (fragm. hist, graec. III., 523) die diesbezügliche Angabe bei Photius dahin auffasste, dass in ihr nicht von dem Tode Agrippa’s, sondern von dem des Justus von Tiberias, aus dessen Schrift in diesem Artikel ein Auszug gegeben wird, die Rede ist. Eine solche Interpretation derselben erscheint indes, wenn man sie im Zusammenhänge mit den ihr vorangehenden Säzen betrachtet, durchaus unhaltbar. Der betreffende Artikel bei Photius lautet: 3Avuyv0)0drj Iovotov Tißt^vtMq /jjqvixov, ou 7\ imygriq)?]: Iovarov TvßtQttojq Jovdcdwv ßaoiXtotv twv 6v xovq oxtfifiaoiv. Ovroq u7tb <jc6).t0)q Ttjq iv 1'aXtaia Tißtgi- «Jo<r ojqukto. *lAq/tTca dt tfjq loTo^taq u7tb Mojotwq xaxctXrtyn dt tojq xtXtvTTjg Ayqiitlta Ton tßdofiov fitv dito xrjq otv.laq cH(J0)dov, voxdxov dt iv xoCq Iovdmtav ßaoilfi’Otv, oq TtafjtXaßt fitv xtjv u()Xijv ml Klavdiov, 7/!7?#',?£׳ dt tftl JVtQOivoq neu tu fiuXXov vno Ovto7tao1uvov9 rtXtvra dt tm t(jito) T^al'avov, ov v.al 77 loxoqlu v.ar tXrj^tv. Daraus ergiebt sich, dass Justus von Tiberias eine Geschichte der gekrönten Häupter des jüdischen Volkes geschrieben hat, die mit Mosen begann und mit dem Tode Agrippa’s schloss. Man musste aber, um lezteres Datum in der allgemeinen Geschichte chronologisch bestimmen zu können, auch erfahren, wann Agrippa gestorben ist. Photius nennt daher die zeitgenössischen römischen Kaiser, denen Agrippa sein Königtum zu verdanken hatte und schliesst diese Darlegung mit der Angabe, dass er im dritten Jahre Trajan’s aus dem Leben geschieden sei. Die Construction des flauptsazes gestattet auch, wie Dr. A. Bärwald (Josephus in Galiläa S. 9, A. 6) richtig bemerkt, keine andere Auffassung, als dass der Schlusspassus sich auf Agrippa und nicht auf Justus bezieht. Dass hier wiederum Justus als das ungenannte Subject zu denken sei, nachdem die bisherigen Aussagen sich nur auf Agrippa bezogen, ist in der That völlig unwahrscheinlich. Abgesehen davon würde Photius auch in Widerspruch zu sich selbst geraten, wenn er zuerst den Tod Agrippa’s als die Grenze, bis zu dem die Erzälung des Justus reicht, bezeichnen und hinterher angeben würde, dass derselbe auch noch über die Ereignisse (s. Bärwald a. a. 0.) bis zu dessen eigenem Lebensende Bericht erstattet hätte. Wie sollte man sich das auch vorstellen? Das Geschichts-