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Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur · 1885-01-01 · VII. (1885) · page 42

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Journal
Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
Volume
VII. (1885)
Date
1885-01-01
Page
– (sequence 42)
Language
German
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38 in Jerusalem etwa zwanzig erwachsene Personen leben, die von Exulanten aus Saragossa herstammen und alljährlich am 17. Schebat nach einem Tags zuvor abgehaltenen Fasttage eine Freudenfeier nach Art des Purimfestes begehen und da aus einer Pergamentrolle eine Wundererzälung vorlesen. Aus dieser habe er eine Copie genommen, die nun in vorliegender Schrift abgedruckt wird. Dieselbe, vier Druckseiten enthaltend, beginnt mit den Worten: ויהי בימי שארגושאנוש מלך אדיר וחזק היה תחת ממשלתו כחמשת אלפים איש und sehiieszt: ונאמר וסדויי ה' ישובון ובאו ציון ברנה אדור מרקום ברוך אפרים• Folgendes ist der Inhalt dieser ״Megilla“*): In Saragossa, wo eine 5000 Familien zälende jüdische Gemeinde* 2) und zwölf grosse Synagogen bestanden, war es Sitte und Vorschrift, dass, wenn der König durch das Judenviertel kam, ihm von den zwölf Rabbinen derselben und den ihnen beigeordneten 24Dajanim3) 36 Torarollen, die sich in kostbar verzierten silbernen Gehäusen befanden, entgegengetragen wurden. Einst wurde nun im Geheimen ein Beschluss gefasst, dass, da die Torarollen ohnehin nicht gesehen wurden, bei dieser Gelegenheit nur mit den leeren reichgeschmückten Gehäusen die üblische Aufwartung gemacht werde. Doch im zwölften Regierungsjahre des Königs sollte diese Manipulation demselben verraten werden. Ein Mann, Namens Chajim Schami4), der schon als Jude beim königlichen Hofe bedienstet war, trat zum Christentume über, legte sich den Namen Marcus bei ünd gelangte zu einer hohen Ehrenstellung. Marcus bemerkte dem König, als dieser, nachdem ihm eines Tages wiederum ein solch ehrenvoller Empfang bereitet wurde, sich lobend über die Juden aussprach, dass er von ihnen getäuscht werde, denn in den Gehäusen befinden sich nie die Torarollen, mit denen, wie er meine, die Juden ihn begrüssen. (in der jüdisch-deutschen Uebersezung 8 b—11a und bei Aronowitz, Eldad Hadani, Prag 1868 p. 31 ff), dann von Garmoly in מבשרה ציון Ed. Brüssel 1841 p. 31 ff. (angeblich nach einer Abschrift aus dem in Keggio sich befindenden Originale, vgl. auch Asulai 46!מראיתהעין b) u. später von Ghirondi u. Sapir (s. Grätz Gesch. 10 S. 213). No. 3 sind drei kleine Wundergeschichten aus den Jahren 1841 und 184*2. ז) In der Schrift זכי־ון בירושלים wird diese Geschichte mit vielen Aenderungen vorgetragen. 2) Vgl. Michael’scher Kat. p. 363. ף iu dem Passus שנים עשר חכמי הקהלות וארבעה עשרה דייניהם muss עשרים עשרה verwandelt werden, da weiter gesagt wird: ר^ן רי רך היה מנהגם להיות תופשי התורה חכם הקהל ושני דיינים עטו• 4) Träger des Namens Schami werden in Zunz Literaturgesch. S. 218 genannt. 1604 war Juda Sch. in Kairo (s. Resp. אחלי יעקב Fol. 140 b). Raphael Sch. nennt Chagis הלכות קטנות H Fol. 60 b. Auch das Gedicht שאגת אריח באזני (in אשמרה הבקר vou Ahr. Ber. de Modena 94b) zeichnet in den vier ersten Strophen שאמי• Josef Sch. (Zunz das.) hiess J. b. Chija Alschami (s. Resp. Jos. Ibn Migasch in Schitta zu bab mez. 108b).

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