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Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur · 1885-01-01 · VII. (1885) · page 36

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Journal
Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
Volume
VII. (1885)
Date
1885-01-01
Page
– (sequence 36)
Language
German
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32 grösseren Kreis von Jüngern um sich geschaart und dem Talmudstudium in Polen eine neue Heimstätte geschaffen hat. Er wird unter dem Namen R Jakob Pollak angeführt und hat selbst nur geringe Spuren seiner Thätigkeit zurückgelassen. Dennoch muss diese von weitreichendem Einflüsse gewesen sein, da R. Jakob als der Schöpfer einer neuen Methode der Hakchaforschung galt, die der mittelalterlich deutschen Schule noch fremd war, dafür aber in polnischen Lehrkreisen mit der Zeit ein grosses Uebergewicht erlangt hat. Wir können uns, um diesen zu ermitteln, zunächst nur an die zerstreuten Angaben halten, die über R. Jakob Pollak’s Leben und Lehrthätigkeit auf uns gelangt sind. Jakob Pollak’s erstes Auftreten fällt, wie R. Mose Isserls berichtet, in die lezte Periode der Wirksamkeit des im Jahre 1508 ף in Padua in hohem Greisenalter verstorbenen R. Juda Minz* 2 3 *}. Dass er gerade zu diesem in Beziehung gesezt wird, obzwar nichts darüber verlautet, dass er in Italien sich aufgehalten hätte, erklärt sich daraus, dass Juda Minz im Jahre 1492 Anlazs nahm, in einer eherechtlichen Streitfrage, in der Jakob Pollak einen schon von Menachem Merseburg als unzulässig erklärten alttalmudischen Standpunkt wieder geltend zu machen suchte, sich gegen ihn auf das Entschiedenste zu erklären8). Auch mit dessen Söhne Abraham soll Jakob Pollak wegen eines *) Ich habe bereits in einer Besprechung des Carmoly’schen העורבים ובני יונה (in einer mir eben nicht vorliegenden Nummer der von Ehrmann herausgegebenen Zeitschrift: Das Abendland) nachgewiesen, das Grätz’s Argumentation (Gesch. 8 S. 437), nach welcher Abrabanel und Juda Minz erst 1509 aus dem Leben geschieden sein sollen, unrichtig ist. Chaskitu giebt ausdrücklich an, dass die Verheerung Padua’s erst 1509 erfolgte. Die Angäbe R. Meir’s von Padua in der Vorrede zu Juda Minz’s Responsen ist dahin zu verstehen, dass damals kein Jahr seit dem Tode seines Schwiegervaters vergangen war. Dieser und Abrabanel müssen demnach zwischen Juli bis October 1508 ihr Leben beendet haben. Den Biographen ist es übrigens entgangen, dass Ibn Jachja (50 b) und nach ihm Gans (Z. D. I, 43 b) und Heilprin (S. h-D. Ed. Warschau 1878 I. p. 239) 1509 als Abrabanels Todesjahr bezeichnen. 2) M. Isserls Zusäze zu Juch. Ed. Königsberg 164 a בימי ר' יהודה מים! היה ר' יוסח כהן צדק ובסוף ימיו עמר המאור הגדול מדזר״רד יעקב פולק• De*־ sonst nicht bekannte Josef Kohen ist vielleicht derselbe, an den Josef Kolon ein Schreiben richtete (s. dessen Resp. No. 37). Es ist selbstverständlich, dass die Zeitbestimmung ובסוף ימין rait 'בימי ר Verbindung steht. Da R. Josef Kolon nicht lange vor Juda Minz aus dem Leben geschieden ist (er schrieb noch 1499 s. Bise. Cat. bibl. flor. p. 528) so müsste Josef Kohen, falls diese Datirung an seinen Namen anknüpfen sollte, zu Kolon’s älteren Zeitgenossen gehört haben. 3) Resp. Juda Minz No. 13 vgl. Carmoly’s Vorw. zu העורבים וב״י» Grätz Gesch. 9, Noten, p. XXIII. (R. Meir Pfefferkorn wird als angesehene

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