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Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur · 1885-01-01 · VII. (1885) · page 35

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Journal
Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
Volume
VII. (1885)
Date
1885-01-01
Page
– (sequence 35)
Language
German
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31 M i s c e 11 e n. 1. Jakob Pollak. Die talmudische Gelehrsamkeit der deutschen Rabbinen des Mittelalters fand ihren lezten bedeutenden Vertreter in R. Mose Minz, der mit den Leistungen seiner Vorgänger sich in umfassendstem Masse vertraut gemacht, mit den Zeitgenossen eine fortwährende halachische Correspondenz unterhalten und für die Nachwelt die Gutachten, die er empfangen und die er erteilt, in besonderen Werken zusammengetragen hat. R. Mose Minz verlebte seine lezten Jahre als Rabbiner in Posen (seit 1474) 1), nachdem er früher in gleicher Eigenschaft in Mainz und in Bamberg gewirkt hatte. Es scheint von damals an allmälig auch das Talmudstudium, das in den Ländern des mittleren Europa zuerst in Frankreich heimisch geworden und dann in Deutschland fruchtbaren Boden gefunden hatte, seinen Weg mehr nach Osten genommen zu haben. In Deutschland war im 16. Jahrhunderte auf dem Felde der Halachaforschung fast eine völlige Oede eingetreten, dafür aber gelangte sie am Ausgange desselben in den jüdischen Gemeinden Polens zu einer Blüte, wie sie damals nur noch im Oriente und teilweise auch im nördlichen Italien anzutreffen war. Es liegen nun aber zwischen dem Erlöschen der talmudischen Lehrthätigkeit in Deutschland und dem Aufschwünge derseihen in Polen mindestens fünfzig Jahre, die einen gänzlichen Stillstand auf diesem Gebiete bezeichnen und in denen doch einzelne Persönlichkeiten gewirkt haben müssen, unter deren Leitung jener Uebergang, mit welchem bekanntlich das Talmudstudium auch in eine neue Richtung einlenkte, sich vollzogen hat. Es ist aus dieser Zeit blos ein Mann bekannt, der einen Resp. No. 114. Er berichtet selbst, dass er von Bamberg, wo er im Juni 1469 das Rabbineramt antrat (ib. No. 60), nach Posen gegangen sei (Fol. 101a). Auffallend ist das Datum 1490 ff. in dem in Bamberg geschriebenen Ehevertragsformular (98b). Dass Minz seine lezten Tage in Posen verlebte, wird auch in נחלח שבעה Kd. Fürth 32b angenommen.

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